Flaschenpost-Geschäftsführer zu Fahrsündern
„Verstöße werden nicht geduldet“

Münster -

84 Fahrzeuge sind für den Getränkelieferanten „Flaschenpost“ in Münster unterwegs, weitere zwölf sollen bis Mai dazukommen. Die rosa-weißen Bullis fallen auf der Straße auf – und das zuweilen durchaus unangenehm.

Montag, 26.03.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 26.03.2018, 08:13 Uhr
Ertappt: Am Donnerstagmittag biegt dieser Flaschenpost-Bulli unvermittelt in die falsche Richtung ab – obwohl an dieser Stelle ein Durchfahrt-verboten-Schild steht.
Ertappt: Am Donnerstagmittag biegt dieser Flaschenpost-Bulli unvermittelt in die falsche Richtung ab – obwohl an dieser Stelle ein Durchfahrt-verboten-Schild steht. Foto: Oliver Werner

Unsere Zeitung haben Leserzuschriften erreicht, wonach es Flaschenpost-Fahrer nicht immer so genau nehmen mit der Straßenverkehrsordnung. Die Vorwürfe wiegen schwer, sie reichen vom Ignorieren von roten Ampeln und Einbahnstraßenregelungen über rasante Fahrweise bis zum Zuparken von Rad- und Gehwegen.

Stadt kann Beschwerden nicht bestätigen

„Wie alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich auch Unternehmen an die Straßenverkehrsordnung halten“, betonen die städtische Straßenverkehrsbehörde und die Polizei einmütig. Dass gerade die Flaschenpost-Bullis besonders ruppig unterwegs seien, können sie nicht bestätigen. Man registriere die Art von Verstößen – jedoch nicht, für wen die Fahrer unterwegs sind, heißt es. Dass es gerade Fahrzeuge, die Essen ausliefern, auch mal eilig haben, mag man bei der Stadt nicht ausschließen. „Allerdings haben auch viele andere Verkehrsteilnehmer immer weniger Zeit“, hat die Polizei beobachtet.

Fahrer bereits abgemahnt und entlassen worden

Dieter Büchl, Geschäftsführer der Flaschenpost GmbH, räumt indes ein, dass schon mal Fahrer seines Unternehmens abgemahnt oder sogar entlassen worden sind. „Ja, es gab solche Fälle in der Vergangenheit“, so Büchl gegenüber unserer Zeitung. Zugleich stellt er klar, dass jeder Fahrer vor dem Gesetz für seine Verstöße einstehen müsse. „Dabei liefern wir alle verfügbaren Daten an die anfragenden Behörden. Intern führen nachgewiesene Verstöße zu arbeitsrechtlichen Sanktionen.“ Auch Hinweisen aus der Bürgerschaft gehe man „selbstverständlich streng nach“.

Büchl betont, dass von Flaschenpost „jegliche Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung oder auch die guten Sitten nicht geduldet“ würden und auch nicht zu entschuldigen seien.

Bullis prägen das Stadtbild

Zugleich weist er darauf hin, dass auch anderen Verkehrsteilnehmern Fehler passieren. „Das auffällige Design unserer Bullis ist Teil des Stadtbildes geworden. Es ergibt sich dadurch fast zwangsläufig der Effekt, dass einige wenige Verstöße zu dem Gesamturteil ,Immer die Flaschenpost‘ führen.“

Beobachtungen der Redaktionen zeigen in der Tat ein differenzierteres Bild. Innerhalb weniger Stunden fielen ein Pizza-Moped, das bei Rot weiterfährt, ein Lebensmittellieferant, der die Aegidiistraße blockiert, sowie ein Imbiss, dessen Fahrzeuge einen Geh- und Radweg blockieren, auf.

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