Do., 05.04.2018

Asphalt-Flicken sorgen für Komfort an Übergängen Kleckern im Dienst am Radler

An der Stelle, wo sich der Übergang zwischen Radweg und Straße befindet, sind an vielen Stellen Asphalt-Kleckse angebracht, um Unebenheiten auszugleichen.

An der Stelle, wo sich der Übergang zwischen Radweg und Straße befindet, sind an vielen Stellen Asphalt-Kleckse angebracht, um Unebenheiten auszugleichen. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Erlaubt ist es nicht, praktiziert wird es trotzdem: Ein Unbekannter erleichtert mit Asphalt-Klecksen Radlern das Leben.

Von Klaus Baumeister

Für das städtische Tiefbauamt ist der Mensch einfach nur lästig, Hans-Günter Ockenfels vom Kreisverband Münster des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hingegen lobt den Unbekannten als „Robin Hood der Nullabsenkung“ oder auch als „Beschützer der Durchgerüttelten“.

Die Rede ist von einem bislang anonymen Menschen, der seit dem Jahr 2016 (vermutlich) nachts durch die Stadt Münster zieht und auf vielen Radwegen kleine Asphalt-Kleckse platziert, die dann aushärten. Das Ziel des Mannes (vielleicht ist es auch eine Frau): Überall dort, wo der Übergang vom Radweg zur Straße mit einer kleinen Bodenunebenheit verbunden ist, möchte er diese durch den Klecks ausgleichen und damit das Radfahren in der Stadt bequemer machen.

Zahl der Asphalt-Kleckse spürbar zugenommen

In letzter Zeit hat die Zahl der Asphalt-Kleckse spürbar zugenommen. Das kann auch der städtische Tiefbauamtsleiter Michael Grimm bestätigen. „Der Mensch ist wieder aktiv“, so Grimm im Hinblick auf den Unbekannten. Es bedarf für den Amtsleiter keiner besonderen Erwähnung, dass es Privatpersonen nicht erlaubt ist, nach eigenem Gutdünken im Straßenraum Asphalt zu platzieren, zumal die Kleckse in den Regenrinnen das Abfließen des Regenwassers behindern und somit Schäden anrichten.

„Es bleibt immer eine Pfütze“, beschreibt Michael Grimm die Folge der anonymen Asphalt-Einsätze. Und Pfützen, sprich stehendes Wasser, sehen Straßenbauer gar nicht gern.

Stadt hat sich „Nullabsenkung“ zum Ziel gesetzt

ADFC-Vertreter Hans-Günter Ockenfels erinnert die Stadt im Gegenzug an das Ziel der so genannten „Nullabsenkung“. Radfahrer sollen sich beim Überqueren von Straßen und an Einmündungen ohne Höhenunterschiede bewegen können. Davon sei Münster aber noch weit entfernt. So gesehen sei der Einsatz des Unbekannten sogar begrüßenswert.

Fotostrecke: Wovor sich Radfahrer fürchten

Weder die Stadt noch der ADFC haben eine Übersicht, wie viele Asphalt-Kleckse inzwischen im münsterischen Straßenraum anzutreffen sind. Die Zahl variiert auch deshalb, weil die Stadtverwaltung immer wieder vorhandene Kleckse entfernt, wenn auch nicht mit besonderer Priorität.

Asphalt-Aktivist kontrolliert und überholt sein Werk

Diverse Publikationen haben bislang auch noch nicht dazu geführt, dass sich der Aktivist zu erkennen gegeben hat.

Gleichwohl muss er (oder sie) die eigene Arbeit auch immer wieder kontrollieren. Im Hansaviertel befindet sich ein älterer Klecks, neben dem ein frischer platziert wurde, um die Spur zu verbreitern.

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