Beginn des Sommersemesters
Start mit wenigen Anfängern

Münster -

Die Studienanfänger sind die Vorboten des Ansturms auf die Hörsäle: Schon in dieser Woche erkunden die Erstsemester der WWU Universität und Stadt, organisiert wird die Orientierungswoche von älteren Studierenden der Fachschaften.

Donnerstag, 05.04.2018, 09:00 Uhr
Studienorientierung mit Spaß: Erstsemester der Uni treten in der Orientierungswoche am Aasee im Sackhüpfen an.
Studienorientierung mit Spaß: Erstsemester der Uni treten in der Orientierungswoche am Aasee im Sackhüpfen an. Foto: Matthias Ahlke

An der Fachhochschule Münster haben bereits in dieser Woche die Lehrveranstaltungen begonnen. Am kommenden Montag (9. April) ist dann, passend zum Ende der Schul-Osterferien, Vorlesungsbeginn an der Universität.

Anders als im Oktober, wenn das Wintersemester beginnt, kommen zum Sommersemester nur wenige neue Studierende an die Hochschulen. An der Universität können Erstsemester lediglich in sechs Fächern starten. Es stehen auch deutlich weniger Studienplätze zur Verfügung als zum Wintersemester.

An der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sind 102 Anfänger mit Fach BWL, 23 im Fach VWL in den Bachelorstudiengängen zugelassen worden. 160 angehende Juristen haben an der rechtswissenschaftlichen Fakultät ebenfalls ihr Studium aufgenommen. Für diese Fächer gilt ein Orts-NC.

Diese Studenten gibt es an jeder Uni

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  • Party-Tier oder karrierefixiert?

    Der eine würde dem Professor gerne den Beamer hinterhertragen, der andere nutzt die Zeit in den Seminaren, um mal wieder Ordnung in seine Apps zu bringen. Zum Semesterstart treffen auf dem Campus die verschiedensten Studenten aufeinander. Die Semesterferien sind vorbei, es wird wieder voll im Hörsaal. Doch wer drängt sich da eigentlich auf den Holzbänken? Vom Streber bis zum Senioren-Student - eine Typologie.

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE STREBSAME

    Er kommt extra früh zur Vorlesung, um sich auf den Platz am Gang zu setzen. Dass er damit die ganze Reihe blockiert, ist ihm egal. Schließlich kann er so schnell aufstehen, um mit dem Professor zu reden, sobald dieser den Raum betritt. Ein bisschen Netzwerken kann schließlich nicht schaden. Deswegen hat er auch damals diesen Job als studentische Hilfskraft angenommen - obwohl ihn die Bezeichnung eigentlich stört. Der Strebsame studiert vorzugsweise BWL. Sein Handy hat er immer im Blick. Dort blinken nicht nur Wirtschaftsnachrichten auf, sondern er wird auch daran erinnert, wann er das Sakko aus der Reinigung holen kann.

    Lieblingssatz: „Kann ich die Prüfung schon vorziehen?“

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  • DER/DIE GELANGWEILTE

    Den Text fürs Seminar hat er nicht gelesen, der war ihm zu „lame“. Weil er deshalb nicht mitreden kann, muss sich der Gelangweilte anders beschäftigen. Dazu legt er das Handy betont lässig auf den Tisch und wischt auf der Dating-App Tinder herum. Bei Professoren und Dozenten macht sich dieser Typ nicht beliebt. Das ist ihm aber egal, schließlich weiß er eh noch nicht, ob er sich das Ganze noch lange antun will.

    Lieblingssatz: „Der Dozent hat uns nicht richtig vorbereitet. Jetzt muss ich wegen dem die Prüfung wiederholen.“

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  • DER/DIE ALTE

    Sein natürliches Refugium ist die Uni nicht. Dennoch wagt sich der Seniorenstudent immer öfter in neues Terrain vor. Über 14 000 Menschen ab 65 Jahren teilten sich im vergangenen Semester mit jüngeren Studenten den Hörsaal - zwei Drittel mehr als vor 20 Jahren. Am liebsten besucht der Seniorenstudent Vorlesungen in Politik und Geschichte. Dort fungiert er gerne als Zeitzeuge. Ob zur Wiedervereinigung oder zum Rücktritt Bismarcks - zu jedem historischen Ereignis hat er eine sehr persönliche Geschichte zu erzählen.

    Lieblingssatz: „Ich weiß das. Ich war dabei.“

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  • DER/DIE SOZIALE

    Das Willkommensgrillen für die Erstsemester oder der Papierflieger-Flashmob mitten in der Vorlesung: Ohne den Sozialen geht nichts. Plant jemand im Fachbereich eine Veranstaltung, sitzt er mit Sicherheit im Organisationskomitee. Auch bei der Studentenvertretung ist er dabei. Zwischendurch sein Studium zu beenden, fällt da schwer, ist aber für den Sozialen trotzdem nicht unmöglich. Seit er den Getränkestand beim letzten Bodenmechanik-Symposium aufgebaut hat, hat er schließlich die Nummer seines Professors im Handy gespeichert. Eine Nachricht, und schon steht ein neuer Abgabetermin für die Hausarbeit fest.

    Lieblingssatz: „Jemand noch ein Bierchen?“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE POLITISCHE

    Ob Strafgesetzbuch oder Eiskunstlauf - für diesen Studententypen spielt jedes Thema auf einer höheren politischen Ebene. Um seine Kommilitonen aus den Geisteswissenschaften von seinen Ansichten zu überzeugen, holt er gerne weit aus. Meist mit selbst gedrehter Zigarette in der einen und frisch aufgebrühtem Mate-Tee in der anderen Hand. Der Politische gendert nicht nur seine Hausarbeitstexte, sondern benutzt die geschlechtsneutrale Sprache auch in Diskussionen.

    Lieblingssatz: „Ich würde mir wünschen, dass alle StudentInnen dazu Stellung beziehen.“

    Foto: dpa

Bundesweit festgesetzte Zulassungsbeschränkungen gelten für die Fächer Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie, die an der Universität ebenfalls Anfänger aufgenommen haben. Bei den Medizinern haben sich 140, bei den Zahnmedizinern 57 Erstsemester eingeschrieben. In der Pharmazie sind es 77.

In allen diesen Fächern können, so heißt es bei der Uni, noch vereinzelte Anfänger hinzukommen. An der FH Münster haben wie an der Uni BWL-Studierende das Studium aufgenommen, außerdem nahm unter einigen anderen noch der Fachbereich Design Erstsemester auf. An der FH starten zudem auch diverse Masterstudiengänge.

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