Fr., 06.04.2018

Arena für 70 Millionen Euro Preußen planen Stadion-Neubau in Bösensell

Arena für 70 Millionen Euro: Preußen planen Stadion-Neubau in Bösensell

Ade Hammer Straße? Der SC Preußen plant ein neues Stadion für 35.000 Zuschauer in Senden-Bösensell. Foto: Jürgen Peperhowe (Archiv)

Münster/Senden - 

„Weiter als je zuvor“ ist Preußen Münster nach Einschätzung von Vereinspräsident Christoph Strässer bezüglich des Stadionbaus. Konkret geht es um den Standort in Bösensell. Die Signale der Ratsfraktionen seien sehr positiv, sagt Strässer. Eine Investorengruppe könnte bis zu 25 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Von Thomas Rellmann

Die Träume der Preußen-Bosse von einem nagelneuen Stadion könnten doch demnächst Realität werden. Konkret geht es um einen Bau in Bösensell. „Wir sind weiter als je zuvor“, bestätigt Präsident Christoph Strässer. Die Signale aus den Ratsfraktionen der Gemeinde Senden seien sehr positiv.

„Es geht nur über eine interkommunale Zusammenarbeit“, sagt Aufsichtsratschef Frank Westermann. So lautete auch eine Bedingung von Sendens Bürgermeister Sebastian Täger. Er möchte nicht in Konkurrenz zur Stadt Münster treten, die sich schwer tut, Flächen zur Verfügung zu stellen. Sie wäre aber bei einer Art „Gewerbe-Einrichtung“ am Stadion im Boot. Sowieso sind Verein, Münster, Senden, aber auch Verwaltung und die Bezirksregierung zur Kooperation aufgefordert.

„Lebendiges Zentrum“ auch für Konferenzen und Partys

Idealerweise soll dieses ein „lebendiges Zentrum“, wie Westermann es nennt, darstellen, in dem auch Konferenzen abgehalten werden können und das auch für private Partys gebucht werden kann. „Geht es um die Gesamtnutzung und damit auch um die Erschließung, sind wir in der Bringschuld“, sagt Strässer. „Drittvermarktung“ lautet das Zauberwort. Der Bau soll eben nicht nur an Spieltagen genutzt werden. Eine Konzertarena ist nicht geplant.

Seit dem Amtsantritt der neuen Führungsmannschaft im Oktober 2016 und bis heute steht eine Investorengruppe bereit, um die Gelder für einen Neubau zu gewährleisten und eine Betreibergesellschaft zu gründen, an die später die Preußen eine Miete zahlen würden.

70 Millionen Euro für 35.000 Euro Plätze

„Uns wurden vom Konsortium aber auch Fristen gesetzt. Die Geduld ist nicht endlos. Wenn innerhalb von zwei Jahren kein Bauantrag gestellt ist, ist das Investment gestorben“, sagt Westermann. Es soll um eine Anschubfinanzierung in Höhe von rund 25 Millionen Euro gehen, die zur Verfügung steht. Schlüsselfigur für die Akquise ist Aufsichtsratsmitglied Walther Seinsch. Der Rest wird üblicherweise über Bankkredite gestemmt.

Das Gesamtkostenvolumen dürfte bei bis zu 70 Millionen Euro liegen. Entgegen früherer Planungen favorisiert der Verein inzwischen einen sofortigen Ausbau auf um die 35.000 Zuschauerplätze. Als beispielhaft gilt die Coface-Arena von Erstligist FSV Mainz 05.

Woran könnte das Projekt scheitern?

Der Landwirt, dem das Areal an der Autobahnauffahrt Senden gehört, stellt sich ein werthaltiges Ausgleichsgrundstück an anderer Stelle vor. Täger und Aufsichtsratsmitglied Clemens Große Frie sollen die Verhandlungen führen. Der Erwerb würde über ein Erbpacht-Modell erfolgen.

Woran könnte das Projekt noch scheitern? In Bösensell stößt der Plan nicht uneingeschränkt auf Zustimmung, sogar von einer Bürgerinitiative ist die Rede. Ob das die Entscheidung des Sendener Rats beeinflusst? Der SCP hofft in Kürze auf kommunale Zustimmungserklärungen, die die Verwaltungsabläufe beschleunigen würden. Spätestens Ende 2018 soll eine finale Klärung erfolgen.



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