Fr., 06.04.2018

Parkhausbetreiber WBI CDU steht bei Grünen im Wort

Mit Peter Todeskino wollen die Grünen einen der Ihren zum WBI-Chef machen.

Mit Peter Todeskino wollen die Grünen einen der Ihren zum WBI-Chef machen. Foto: Ulf Dahl/KN

Münster - 

Die Westfälische Bauindustrie (WBI) als städtischer Parkhausbetreiber soll künftig komplexe Projekte der Stadtentwicklung und wohl auch den Konversionsprozess maßgeblich gestalten. Das haben CDU und Grüne bereits gemeinsam durchgesetzt. Doch in der Frage, wer künftig an der Spitze des Unternehmens stehen und damit Nachfolger des langjährigen WBI-Chefs Wolfgang Kötterheinrich werden soll, ist man sich nun doch nicht ganz so einig.

Von Dirk Anger

Wie berichtet und deshalb kein Geheimnis ist nämlich, dass die Grünen einen der Ihren, nämlich den früheren Kieler Stadtrat für Stadtgestaltung Peter Todeskino (59), gerne in die Position des WBI-Chefs hieven wollen. Doch das stößt bei manchen in der CDU durchaus auf Widerstand – erst recht aber bei Vertretern von SPD, Linken und FDP. Nicht zuletzt deshalb, weil sich in dem verbliebenen dreiköpfigen Kandidatenfeld auch ein überzeugender Bewerber aus der Region befinden soll, wie es heißt.

Ursprünglich war den Grünen beim Schmieden des gemeinsamen Ratsbündnisses mit der CDU genau in der WBI-Personalfrage das Entscheidungsrecht zugestanden worden, wie zu hören ist. Vor den Osterferien aber konnte man sich im WBI-Aufsichtsrat trotzdem nicht im Ratsbündnis auf eine mehrheitsfähige Personalie verständigen. Das lag dem Vernehmen nach an Bedenken von CDU-Vertretern, die Aufsichtsratschef und CDU-Ratsherr Walter von Göwels anscheinend noch nicht auf Linie bringen konnte. Die Frage, warum ausgerechnet ein Jurist an der WBI-Spitze künftig Projekte der Stadtentwicklung nach vorne bringen soll, ließ einige Christdemokraten nachdenklich zurück.

Grünen-Mitglied Todeskino war einst in Münsters Stadtverwaltung Referent des damaligen Stadtbaurats und heutigen Bürgermeisters Gerhard Joksch (Grüne). In Kiel war Todeskinos Vertrag infolge geänderter Mehrheitsverhältnisse nicht mehr verlängert worden. Jetzt wollen ihn seine grünen Parteifreunde in Münster nur allzu gerne aus dem Ruhestand zurück an die Aa holen.

Aufsichtsratschef von Göwels will sich in der Frage des künftigen WBI-Geschäftsführers nicht äußern, wie er auf Anfrage erklärt. Allerdings steht er wohl in der Pflicht, den Seinen die Vorzüge des grünen Kandidaten möglichst nahezubringen. Schließlich, so heißt es, durfte die CDU beim neuen Leiter des Stadtplanungsamtes und der Geschäftsführung der Wohn- und Stadtbau das entscheidende Wörtchen mitreden. In Sachen WBI steht man nun im Gegenzug den Grünen im Wort.

Nach den Osterferien soll ein neuer Termin für eine Aufsichtsratssitzung der Westfälischen Bauindustrie terminiert werden. Die endgültige Entscheidung über den neuen Chef der WBI soll am 16. Mai im Rat fallen. Bis dahin scheint es noch viel Gesprächs- und Klärungsbedarf zu geben – vor allem bei der CDU.



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