Fr., 06.04.2018

Debatte über Radwege geht weiter Stadt kleckst teilweise selbst

Hier hat die Stadt selbst die Rinne asphaltiert.

Hier hat die Stadt selbst die Rinne asphaltiert. Foto: Klaus Baumeister

Münster - 

Der „Robin Hood der Fahrradwege“ hat ein lebhaftes Echo ausgelöst. Doch nicht nur der anonyme Kleckser ebnet Radfahrern in Münster die Wege. Auch die Stadt hat die vieldiskutierte Methode an einigen Straßen schon angewandt.

Von Klaus Baumeister

Der Bericht unserer Zeitung über den anonymen Asphalt-Kleckser hat ein großes Echo ausgelöst. Im Internet wird der „Robin Hood der Radwege“ dafür gelobt, dass seine Kleckse Unebenheiten auf Radwegen ausgleichen – auch wenn die Aktionen nicht erlaubt sind.

Ein Leser unserer Zeitung weist nun darauf hin, dass zuweilen auch die Stadt selbst ein Einsehen hat, wenn der Radel-Komfort zu wünschen übrig lässt. So sei der kürzlich neu geschaffene Radüberweg an der Ecke Hammer Straße / Düesbergweg nachträglich vom Tiefbauamt ausgebessert worden, weil es an einer Mittelinsel holperte.

Deutlich ist an der Stelle im Straßenraum zu erkennen, dass die leicht abgesenkte Rinne mit Asphalt gefüllt wurde. Dies sei geschehen, so der Leser, nachdem er sich bei der Stadt Münster über die Holperstrecke beschwert habe.

Fotostrecke: Asphaltkleckse ebnen Radfahrern den Weg

Patrick Werner vom Kreisverband Münster des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) weist unterdessen auf die Ecke Alter Fischmarkt / Bült hin. Dort sei auf vorbildliche Art und Weise ein für Radler ruckelfreier Übergang geschaffen worden. Der Trick: Insgesamt sieben Pflastersteine wurden so weit abgesenkt, bis sie sich genau auf dem Niveau der Regenrinne befinden und somit kein Höhenunterschied mehr besteht.

Komfortsteigerungen dieser Art wünschen sich auch viele User bei Facebook, die der Stadt sogar den Vorschlag machen, dem anonymen Kleckerer wegen seines „Einsatzes zum Wohl der Gemeinschaft“ die Münster-Nadel zu verleihen.

Patra Scharmann-Luecke bittet den Aktivisten sogar darum, die Kleckse etwas breiter zu machen, damit auch Rollstuhlfahrer etwas davon haben.

Arnd Breitkopf findet, dass „der Erzeuger der Übergangshilfen einen Nerv getroffen hat“. Der Stadtverwaltung empfiehlt er, mit einer „gewissen Großzügigkeit“ zu reagieren.

Jennifer Hackenbracht meint: „Wer auch immer du bist: Möge dein Tisch stets reichlich gedeckt, dein Herz immer voller Freude und dein Datenvolumen nie verbraucht sein.“



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