Verkehr
Taxi-Flut vor dem Hauptbahnhof

Münster -

Durcheinander vor dem Hauptbahnhof: Seit die Taxis wegen der Bauarbeiten am Bremer Platz nicht mehr auf der Ostseite stehen können, wird es auf der Westseite voll. So voll, dass ein Anbieter seine Fahrzeuge nicht mehr zum Bahnhof schickt.

Freitag, 13.04.2018, 15:30 Uhr
In Dreierreihen stehen die Taxen vor dem Hauptbahnhof. Früher gab es hier nur zwei Spuren.
In Dreierreihen stehen die Taxen vor dem Hauptbahnhof. Früher gab es hier nur zwei Spuren. Foto: Matthias Ahlke

Starker Taxi-Andrang vor dem Hauptbahnhof: Seit die Fahrzeuge wegen der Bauarbeiten am Bremer Platz nicht mehr auf der Ostseite stehen können , knubbelt es sich auf der Westseite. Dass zeitgleich mehr als 30 Fahrzeuge in den drei Spuren der Taxenvorfahrt auf Kunden warten, ist derzeit keine Seltenheit. In Stoßzeiten gibt es sogar einen Rückstau bis zum Metropolis-Hochhaus und in die „kleine“ Bahnhofstraße.

Stadt und Taxi-Zentrale geben sich gelassen. Anders der Taxiruf Münster. „Wir schicken unsere Fahrzeuge nicht mehr zum Hauptbahnhof“, so Geschäftsführer Wolfgang Michels. Die 70 Fahrzeuge des Taxi-Rufes sollen den Stammkunden zur Verfügung stehen – „und nicht ein oder zwei Stunden vor dem Bahnhof stehen“. Dieser werde nur noch auf Wunsch der Fahrgäste angefahren. Insgesamt sind in Münster aktuell rund 260 Fahrzeuge unterwegs.

„Das ist ja nur vorübergehend“

Entspannter gibt sich Roland Böhm, Geschäftsführer der Taxi-Zentrale. „Die aktuelle Situation ist nicht ganz einfach, aber das ist ja nur vorübergehend“, sagt er. 2021 sollen die Arbeiten auf der Ostseite abgeschlossen sein, dort soll es dann zwischen zehn und 20 Taxi-Stellplätze geben. Auch Michael Thomas vom Ordnungsamt ist optimistisch, dass sich die Lage spätestens dann wieder entspannen wird. Nebenbei: Beschwerden über das aktuelle Taxiaufkommen auf der Westseite lägen der Behörde nicht vor – was Thomas als „gutes Zeichen“ wertet, dass die Situation trotz mancher Widrigkeiten weitgehend akzeptiert wird.

Taxis in Münster

Aktuell gibt es in Münster 260 Taxis, der größte Teil fährt für die Taxizentrale oder den Taxi-Ruf. Damit kommen in Münster 1153 Einwohner auf ein Fahrzeug. Zum Vergleich: In Gelsenkirchen kommen auf ein Fahrzeug 1892 Einwohner, in Wiesbaden nur 841. Der NRW-Schnitt liegt bei 1585. In den nächsten Jahren soll die Zahl der Lizenzen in Münster auf 233 zurückgefahren werden, damit sich die wirtschaftliche Situation der Fahrer verbessert. Die Stadt plant allerdings nicht, Lizenzen einzuziehen. Auslaufende Lizenzen sollen lediglich nicht verlängert werden, betont Michael Thomas vom Ordnungsamt.

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Kurzzeitparken in der „kleinen“ Bahnhofstraße

Vor dem Neubau des Empfangsgebäudes gab es vor dem Hauptbahnhof zwei Taxi-Spuren. Zusammen mit dem Wartebereich in der „kleinen“ Bahnhofstraße war damit Platz für rund 36 Fahrzeuge, berichtet Böhm. „Jetzt gibt es in der Vorfahrt drei Spuren für rund 30 Fahrzeuge, was durchaus ausreicht.“

Der frühere Nachrückbereich in der „kleinen“ Bahnhofstraße fällt bis Ende des Monats endgültig weg. Hier gilt künftig ein eingeschränktes Halteverbot, in dem allerdings Fahrzeuge nur für ein paar Minuten verweilen dürfen. „Auch Taxen können hier natürlich kurz Reisende absetzen“, betont Thomas.

Wenn die Vorfahrt voll ist

Doch was passiert mit Taxis, die den Bahnhof ansteuern, dort aber eine volle Vorfahrt vorfinden? „Dann müssen die woanders hin“, sagt Böhm – zum Beispiel zur Taxi-Vorfahrt bei Karstadt. Bedarf für einen Wartebereich im Bahnhofsumfeld, von dem aus die Taxis in Richtung Vorfahrt nachrücken können, sieht er nicht. Nebenbei – er wüsste auch nicht, wo der sein könnte.

Dennoch herrscht zeitweise einiges Durcheinander zwischen Hauptbahnhof und Metropolis-Hochhaus. „Es findet eine stetige Verkehrsüberwachung im Umfeld des Bahnhofs statt“, betont Ordnungsamt-Mitarbeiter Werner Schulik. Stehen Taxen falsch, dann werden sie verwarnt, sagt er. „Oft reicht es aber auch, die Fahrer einfach anzusprechen“, ergänzt sein Kollege Thomas. Überwachungen soll es auch in der „kleinen“ Bahnhofstraße geben, sobald dort das eingeschränkte Halteverbot eingerichtet ist.

Unerwünschte „Gäste“ in der Taxivorfahrt

Mit einem anderen Problem werde man wohl bis 2021 leben müssen, betonen Taxizentralen und Stadt: dass Pkw-Fahrer, die Reisende absetzen oder abholen, in die Taxivorfahrt fahren, obwohl dies verboten ist. Nur wenige nutzen laut Thomas die Stellplätze im Parkhaus an der „kleinen“ Bahnhofstraße, die für Kurzzeitparker ausgewiesen wurden.

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