Wissenschaftler arbeiten am Pendel-Geschenk
Die Physik hinter dem Richter-Kunstwerk

Münster -

Künstler Gerhard Richter schenkt der Stadt ein Pendel. Doch der Künstler ist nicht allein für das Werk verantwortlich. Auch an der Uni wird kräftig mitgeholfen.

Freitag, 13.04.2018, 20:30 Uhr
Sie präsentierten die Konzeption hinter dem Foucault‘schen Pendel (v.l.): Walter Spiekermann, Christof Meiners, Andreas Gorschlüter, Daniel Troche und Prof. Dr. Michael Klasen.
Sie präsentierten die Konzeption hinter dem Foucault‘schen Pendel (v.l.): Walter Spiekermann, Christof Meiners, Andreas Gorschlüter, Daniel Troche und Prof. Dr. Michael Klasen. Foto: Matthias Ahlke

Am Foucault‘schen Pendel, das Künstler Gerhard Richter der Stadt Münster stiften und das ab Juni in der Dominikanerkirche zu sehen sein wird, arbeiten nicht nur der Künstler, sondern auch Physiker, Feinmechaniker und Elektroniker der Universität Münster. Sie sind an der Konzeption des Pendels beteiligt und entwickelten den Antrieb, der gewährleistet, dass das Pendel keine Energie verliert. Dass das keine leichte Aufgabe ist, zeigten die Münsteraner am Freitagmorgen in der Experimentierhalle der Universität.

Auch dort hängt gerade solch ein Foucault‘sches Pendel, allerdings ein deutlich kleineres. Wer diesem beim Pendeln zuschaut, der stellt fest, dass die Schwingungsamplitude immer gleich bleibt. Doch ein Antrieb ist für das menschliche Auge nicht zu sehen. Aus dem einfachen Grund, weil ein Magnetfeld dafür sorgt, dass bei jeder abgeschlossenen halben Schwingung, also jedes Mal, wenn das Pendel dem Boden am nächsten ist, ein kurzer magnetischer Impuls die, zum Beispiel durch den Luftwiderstand, verlorene Menge Energie zurückgibt. „Andernfalls würde das Pendel irgendwann stehenbleiben“, macht Dr. Andreas Gorschlüter, Geschäftsführer des physikalischen Instituts, die Bedeutung des Antriebs deutlich.

Physiker arbeiten am Pendel-Geschenk von Richter

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  • Foucaultsche Pendel von Künstler Gerhard Richter wurde im Physikalischen Institut getestet: WWU-Physiker bauen Pendelantrieb für das Kunstwerk von Gerhard Richter - Im Juni wird das Kunstwerk von Gerhard Richter in der Dominikanerkirche eröffnet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es besteht aus einem Foucaultschen Pendel und vier hohen, rechteckigen Glastafeln. An der Umsetzung dieses spektakulären Projekts sind Physiker, Feinmechaniker und Elektroniker der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) maßgeblich beteiligt - sie haben an der Konzeption des Pendels mitgewirkt und bauen den Antrieb für das 29 Meter lange Pendel.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Nach einem kurzen Vorgespräch kam es zu eirner Besichtigung des Testaufbaues in der technischen Versuchshalle. Prof. Dr. Michael Klasen, Dekan des Fachbereichs Physik, und Dr. Andreas Gorschlüter, Geschäftsführer des Physikalischen Instituts, erläuterten die Besonderheiten, die die geplante Installation in der Dominikanerkirche mit sich bringt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke
  • Die Physik hinter dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke

Erzeugt wird der Impuls durch ein starkes Magnetfeld einer Spule, das wiederum auf einen Magneten im Inneren der 48 Kilogramm schweren Kugel am Ende des Pendels wirkt. Verwendet haben die Wissenschaftler einen sogenannten Neodym-Magneten, da dieser besonders gute magnetische Eigenschaften hat. Und genau darauf kommt es an, denn immerhin sechs Zentimeter liegen alleine zwischen Magnetspule und Pendel: „Da wird das magnetische Feld sehr schnell schwächer“, erklärt Gorschlüter.

Doch nicht nur der Antrieb, auch die Konzeption des Pendels stellte die Entwickler vor eine Herausforderung. Zwar sei es nicht das erste Pendel dieser Art, das im Fachbereich Physik konzipiert werde – aber das erste dieser Größe. Immerhin 29 Meter ist das Pendel lang, die Aufhängung wird sich in der Kuppel der Kirche befinden.

Gerhard Richter in der Dominikanerkirche

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  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke

Einen entscheidenden Anteil am Gelingen des Kunstwerks hat dabei ein Detail, das kurz unter der Aufhängung angebracht wird. Ein Ring soll dort neben der Masse der Kugel dafür sorgen, dass sich Einflüsse von außen auf die Pendelkonstruktion mit dem drei Millimeter dicken Stahlseil, nicht negativ auf das Schwingen des Pendels auswirken. Denn solche Auswirkungen sind nicht auszuschließen: „Bei bisherigen Tests aber haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Pendelkonstruktion relativ stabil bleibt“, sagt Gorschlüter. Er warnt allerdings Besucher davor, die Kugel berühren zu wollen – nicht nur, um das Pendel zu schützen, sondern: „Die Kugel wiegt 48 Kilogramm und könnte bei Personen zu Schäden führen.“

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