So., 15.04.2018

Regisseurin Emily Atef erzählt über „3 Tage in Quiberon“ „Ein Moment in Romys Leben“

Emily Atef

Emily Atef Foto: Noppeney

Münster - 

Immer wieder wird Emily Atef nach Marie Bäumer gefragt. Wie sie es geschafft habe, die Schauspielerin doch noch zu überreden, die Rolle der Romy Schneider zu übernehmen, der sie so verblüffend ähnlich sieht und die zu spielen sie bislang stets abgelehnt hatte. Es sei die Idee eines französischen Filmproduzenten gewesen, der mit Bäumer befreundet sei und diese überredet habe, antwortet die auskunftsfreudige Regisseurin mit deutsch-französisch-iranischen Wurzeln am Freitag, nachdem ihr Kinofilm „3 Tage in Quiberon“ das Publikum im Schlosstheater offensichtlich berührt hat. „Sie haben einen wunderbaren Film gemacht“, attestiert ihr eine Zuschauerin.

Von unseremRedaktionsmitgliedPetra Noppeney

Vier Jahre, schildert Atef, seien von der Idee bis zur Realisation des Films ins Land gegangen, der von einer wahren Begebenheit im Leben der Schauspielerin Romy Schneider erzählt. Die gab seinerzeit, 1981, dem deutschen Journalisten Michael Jürgs während eines Kuraufenthaltes in Quiberon ein legendäres Interview. „Sie wollte erkannt werden auch vom deutschen Leser, sie wollte zur Ruhe kommen“, sagt Atef, die sich wiederholt in Romy Schneider hineinzuversetzen sucht. Sie selbst habe die Schauspielerin, die Deutschland einst den Rücken kehrte, um ihr „Sissi“-Image abzuschütteln, erst im Erwachsenenalter wahrgenommen.

Viele Zitate in Atefs Drehbuch sind dem Interview mit Jürgs (gespielt von Robert Gwisdek) entlehnt, das damals im „Stern“ veröffentlicht wurde – 14 Monate vor dem tragischen Tod Romy Schneiders. „Es hat mich umgehauen, wie weit er damals gegangen ist und wie offen sie war“, sagt Atef. Als sie dann im Internet auf die Aufnahmen stieß, die der Fotograf Robert Lebeck (im Film Charly Hübner) seinerzeit von Romy angefertigt hatte, „da habe ich begonnen, einen Film darin zu sehen“. Wie schwer die zweimonatigen Dreharbeiten in Quiberon und auf Fehmarn speziell für Bäumer waren, verschweigt Atef, die voll des Lobes für die Akteurin ist, nicht. Diese habe erst eingewilligt zu spielen, als klar gewesen sei, dass es „in dem Film um einen Moment am Ende des Lebens von Romy geht“.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5662341?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F