Mo., 16.04.2018

Einklang-Philharmonie im Westfalen-Forum In Bewegung mit Tango

Die „Einklang-Philharmonie“ unter der Leitung von Joachim Harder lud am Sonntagabend zu einer schwungvollen „sinfonischen Welle“ im gut besuchten Westfalen Forum am Hafen ein.

Die „Einklang-Philharmonie“ unter der Leitung von Joachim Harder lud am Sonntagabend zu einer schwungvollen „sinfonischen Welle“ im gut besuchten Westfalen Forum am Hafen ein. Foto: Brigitte Heeke

Münster - 

Kastagnetten her, die „Einklang-Philharmonie“ spielt Tango! Und zwar einen besonderen: die „Tangominuten“ des münsterischen Komponisten Ulrich Schult­heiss.

Von Brigitte Heeke

Kastagnetten her, die „Einklang-Philharmonie“ spielt Tango! Und zwar einen besonderen: die „Tangominuten“ des münsterischen Komponisten Ulrich Schult­heiss. Der typische Rhythmus, zusätzliche Klangfarben von Akkordeon und Schlagwerk und ein wenig Schwermut: Das Werk pflückt die bekannten Zutaten genüsslich auseinander, um sie anschließend neu zusammenzufügen, sodass sich zwar ein völlig neues Bild, aber eben immer noch ein Tango ergibt. Das Orchester unter der Leitung von Joachim Harder (immer neugierig „auf Unerhörtes“) zeigte sich bestens präpariert. Der anwesende Komponist ließ sich im anschließenden Applaus gerne zur Bühne bitten.

Die „Einklängler“ beließen es natürlich nicht bei einem zeitgenössischen Werk, sondern stellten Schultheiss’ Tangominuten und einem Konzert für Akkordeon und Orchester des niederländischen Komponisten Herman Strategier (1912-1988) eine klassische und eine romantische Sinfonie zur Seite, nämlich eine muntere Haydn-Sinfonie (Nr. 83 „La poule“) und die Sinfonie C-Dur von Georges Bizet.

Das Akkordeon ist kein häufiger Gast auf sinfonischen Bühnen. Umso herzlicher begrüßte das Publikum im gut besuchten Westfalen-Forum den jungen Solisten Julius Schepansky, der mit virtuosen Läufen und berührenden melodischen Passagen glänzte. Reich an Rhythmen und Klangfarben präsentierte sich das kurzweilige und mitreißende Konzert, mal im innigen Dialog des Akkordeons mit den Holzbläsern, mal mit gedämpften Streichern im langsamen Satz „Molto sostenuto“. Der Schlusssatz nahm mit bewegten Rhythmen und Tutti inklusive Schlagwerk wieder Fahrt auf. Reichlich Applaus gab es vor allem für den Solisten, der sich mit einer bewegten Scarlatti-Bearbeitung für Akkordeon bedankte.

„In Bewegung“ lautete der Titel des Programms, dazu passte Bizets Sinfonie, mit französischer Leichtigkeit. Im Adagio kombiniert Bizet eine Oboen-Kantilene mit einer Fuge, deren feine Struktur das Orchester perfekt nachzeichnete. Mit großer Spielfreude ging das Ensemble zudem an den rustikaleren dritten Satz heran. Bordunklänge erlauben hier den Oberstimmen ein fröhliches Spiel mit Dur und Moll. Das Orchester freute sich über sehr viel Applaus für diese besonders klangfarbenreiche und schwungvolle „sinfonische Welle“ im Hafen.



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