Prozess am Landgericht
Wohnungsloser soll Feuer gelegt haben

Münster -

Im Oktober 2017 hat es im Haus der Wohnungslosenhilfe (HdW) gebrannt. Alle Menschen darin – es dürften bis zu 80 Obdachlose und Mitarbeiter gewesen sein – mussten von Feuerwehr und Polizei evakuiert werden. Den Brand gelegt haben soll ein 26-Jähriger ohne Wohnsitz, der zur Klientel des HdW zählte.

Donnerstag, 19.04.2018, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.04.2018, 06:53 Uhr
 
In einer Tiefgarage neben dem Haus der Wohnungslosen an der „kleinen“ Bahnhofstraße war an mehreren Stellen Feuer ausgebrochen. Foto: Helmut Etzkorn

Das Landgericht verhandelt den Fall des gebürtigen Detmolders seit Mittwoch. Er soll im Untergeschoss des Gebäudekomplexes, zu dem ein weiteres mehrstöckiges Wohnhaus nebenan sowie ein zur Von-Steuben-Straße hin gelegener Imbiss gehören, Wäschesäcke angezündet haben.

Auf jeden Fall war es Brandstiftung. Der Angeklagte hatte an dem Tag Streit mit einem Mitbewohner „wegen zehn Euro“, schilderte ein Mitarbeiter als Zeuge. Der 26-Jährige habe dann dem Beschäftigen gedroht: „Wenn ich noch Mal rauskommen würde, würde er mich aufschlitzen.“ Der Mitarbeiter verhängte ein Hausverbot.

Trotzdem sei der Angeklagte erneut im Haus erschienen und habe ihm „einen kokelnden Wäschesack“ in die Hand gedrückt. Bei dem Brand im Keller kurze Zeit später wurde die Umgebung schwer verraucht. Im Untergeschoss schmolzen Kunststoffmülltonnen, Versorgungsleitungen wurden zerstört, Wäschesäcke verbrannten. Es wurde niemand ernsthaft verletzt, aber es entstand Sachschaden von rund 80.000 Euro.

Feuerwehr-Großeinsatz am Hauptbahnhof Münster

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  • Feuerwehr-Großeinsatz am Hauptbahnhof Münster Foto: hpe
  • Feuerwehr-Großeinsatz am Hauptbahnhof Münster Foto: hpe
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  • Feuerwehr-Großeinsatz am Hauptbahnhof Münster Foto: hpe

Weitere Vorfälle Teil der Anklage

Der 26-Jährige wird weiterer Taten beschuldigt: Im August – das gab er bei Gericht zu – drückte er einem Mann am Albersloher Weg eine abgebrochene Bierflasche ins Gesicht. Das Opfer hatte ihm zuvor auf sein Bitten hin 70 Cent gegeben. Ihm mussten Wunden im Gesicht genäht werden.

Zur Anklage gehört auch ein Raub, der im August 2015 geschah: Ein 16-Jähriger wurde in einer Wochenend-Nacht am Bremer Platz von zwei Männern gezwungen, ihnen sein Portemonnaie zu geben. Der 16-Jährige wurde geschlagen und getreten. DNA-Spuren aus dem Blut der Verletzungen fanden sich später auf dem T-Shirt des Angeklagten und der Jeanshose eines Freundes von ihm.

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