AfD beim Katholikentag
„Mit Populismus auseinandersetzen“

Münster -

Darf ein AfD-Vertreter beim Katholikentag in Münster auf der Bühne mitdiskutieren? Diese Frage beschäftigt Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Veranstalter haben jetzt noch einmal begründet, warum sie die Frage mit „ja“ beantwortet haben.

Freitag, 20.04.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 20.04.2018, 09:07 Uhr
Vom 9. bis zum 13. Mai findet der Katholikentag in Münster statt.
Vom 9. bis zum 13. Mai findet der Katholikentag in Münster statt. Foto: Oliver Werner

Die Einladung des kirchenpolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, zu einer Veranstaltung des Katholikentags unter dem Titel „Nun sag‘, wie hast du‘s mit der Religion? – Die Haltung der Bundestagsparteien zu Kirche und Religion in Staat und Gesellschaft“ hat in der Öffentlichkeit zu einer breiten Debatte geführt. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Dr. Stefan Vesper, erklärt jetzt im Namen des Katholikentags: „Bereits vor der Bundestagswahl hat die Katholikentagsleitung entschieden, das Verhältnis des Staates und der Gesellschaft zu den Religionen und Kirchen zu thematisieren.“

Demokratische Notwendigkeit

Dies sei ein wichtiges Thema für den gesellschaftlichen Frieden. Ansprechpartner seien dabei die kirchenpolitischen Sprecher der Bundestagsparteien, die deshalb zu der Diskussionsveranstaltung eingeladen wurden, wie Vesper weiter erläutert. „Zu unserem Bedauern stellt die AfD nun eine große Fraktion im Bundestag“, so der Generalsekretär. Nach „intensiver Diskussion“ sei man zu der Ansicht gekommen, dass es eine demokratische Notwendigkeit sei, alle im Bundestag vertretenden Parteien zur Diskussion zu stellen.

Wir müssen aktiv und persönlich streiten mit denen, die unsere Demokratie verachten und verhöhnen.

Dr. Stefan Vesper

Neue Phase der politischen Auseinandersetzung

Die Leitung des Katholikentags sei davon überzeugt, dass es höchste Zeit sei, „in eine neue Phase der politischen Auseinandersetzung mit populistischen Strömungen einzutreten“. Vesper betont: „Wir müssen aktiv und persönlich streiten mit denen, die unsere Demokratie verachten und verhöhnen.“ Der Generalsekretär stellt in der Mitteilung zudem klar: „Der Katholikentag in Münster stellt sich entschieden gegen jede Form von Vorurteilen und Hass, auch wenn sie sich als Sorge tarnen.“ Jede Art von Hetze gegen Andersdenkende habe auf dem Katholikentag keinen Platz.

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