Fr., 20.04.2018

Gastronomie Junge Pächter übernehmen die „Villa Medici“

Pächterwechsel in der „Villa Medici“: Marlene Morais (2. v. l.) und Martino Resta (r.) freuen sich, dass sie jetzt das Restaurant von Jutta Caputo-Fabritius und Carmelo Caputo übernehmen können.

Pächterwechsel in der „Villa Medici“: Marlene Morais (2. v. l.) und Martino Resta (r.) freuen sich, dass sie jetzt das Restaurant von Jutta Caputo-Fabritius und Carmelo Caputo übernehmen können. Foto: gh

Münster - 

Carmelo Caputo möchte beruflich etwas kürzer treten, darum entschloss er sich, die Nachfolge für die Villa Medici zu regeln. Für Marlene Morais und Martino Resta geht mit der Übernahme der Villa ein Traum in Erfüllung. Die jungen Pächter wagen jetzt den Sprung.

Von Gabriele Hillmoth

Die „Villa Medici“ ohne ihren Patron Carmelo Caputo? „Mir persönlich fällt der Schritt schwer“, sagt der 58-Jährige. Für ihn sei es wie eine Vollbremsung. Er habe diesen Weg bewusst gewählt, wie er sagt. Caputo möchte beruflich kürzertreten, darum wird er sich mit Ehefrau Jutta Caputo-Fabritius auf sein zweites Standbein „Caputo‘s“ an der Königsstraße konzentrieren. Die Nachfolger in der Villa, Marlene Morais und Martino Resta, geben bereits „richtig Gas“.

Das Paar hat sich erst vor zwei Jahren mit seiner Gas­tronomie „Pivavino“ am Dingbängerweg selbstständig gemacht. „In einem Betrieb mit vielen Vorpächtern ein Wagnis“, erzählt der 37-Jährige. „Aber wir konnten zeigen, was wir können.“ Das möchten sie auch in der Villa zeigen.

Tränenreicher Abschied

„Es sind schon Tränen geflossen“, blickt Carmelo Caputo auf die vergangenen Tage zurück. Der Patron hat Abschiedsschmerz. Noch kann er sich nicht so recht vom Betrieb trennen, den er 1987 an der Ostmarkstraße eröffnet hatte. Im Jahr 2014 zog Carmelo Caputo in den neu erbauten Tannenhof um. Der 58-Jährige zieht Bilanz: 2017 sei das seiner Meinung nach beste Jahr seit Bestehen der Villa gewesen. Auch das sei ein gutes Gefühl, den Betrieb mit guten Zahlen übergeben zu können.

„Den Schlüssel darf er so lange behalten, wie er möchte“, meint Marlene Morais.

Neue Pächter mit Gastro-Erfahrung

„So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben“, freut sich Martino Resta. Dass das junge Paar das Restaurant mit allen Mitarbeitern und dem Gästehaus fortführen wird, genau darüber sei er sehr froh, meint Caputo. Außerdem sei es unglaublich schwer, in der Branche einen passenden Nachfolger zu finden.

„Dass wir in große Fußstapfen treten, wissen wir“, meint Marlene Morais. Die 30-Jährige ist unerschrocken, sie weiß, „was auf uns zukommt“. Für die jungen Pächter ist es kein Sprung ins kalte Wasser, sie kennen den Medici-Betrieb: Martino Resta hat in der Villa gekocht. Gelernt hat er in seiner Heimat Franken im Sternerestaurant Reisers. Der Liebe wegen reiste er Hotelfachfrau und Sommelière Marlene Morais hinterher und tat sich zunächst mit Münster schwer. Heute meint der 37-Jährige: „Ich fühle mich hier wohl.“ Der Traum von der Selbstständigkeit ist in Erfüllung gegangen. Die neuen Pächter erinnern sich an Carmelo Caputos Anruf im vergangenen Jahr. Der Patron erinnerte sich an Restas Wunsch: „Wenn er einen eigenen Betrieb eröffnen würde, dann nur die Villa Medici.“



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