„Shout Out Louds“ in Münster
Hitzeschlacht sorgt für Gänsehaut

Münster -

„Münster is a tro­pical city“, schreit Adam Olenius ins Mikrofon. Und tatsächlich herrschen tropisch anmutende Temperaturen in der Sputnikhalle, als der Sänger der schwedischen Band „Shout Out Louds“ an diesem sommerlichen Abend mit seinen Kollegen die Bühne betritt.

Montag, 23.04.2018, 19:04 Uhr aktualisiert: 24.04.2018, 14:04 Uhr
Die schwedische Band „Shout Out Louds“ um den charismatischen Sänger Adam Olenius spielte in der Sputnikhalle.
Die schwedische Band „Shout Out Louds“ um den charismatischen Sänger Adam Olenius spielte in der Sputnikhalle. Foto: Julian Bischoff

Die Stockholmer Indie-Rocker sind Altbekannte in Münster, brauchen an diesem Abend jedoch eine Weile, um die gut 550 Fans in der stickigen „Sputte“ mitzureißen.

Das Konzert eröffnet das Quintett mit „Paola“ vom aktuellen Album „Ease my Mind“. Der Song steht exemplarisch für den Sound der Platte: Auf ihrem fünften Longplayer präsentiert sich die Band soundtechnisch gereift, der verspielte Indierock vergangener Tage weicht ruhigeren, teilweise melancholischen Tönen.

Gut, dass die „Shout Out Louds“ ihre 13 Lieder umfassende Setlist bunt gemischt haben.

Der zweiten Song „Very Loud“ vom launigen Debütalbum „Howl Howl Gaff Gaff“ macht seinem Titel alle Ehre. Die ohnehin schon schweißnassen Körper der Besucher setzen sich erstmals langsam in Bewegung. Die Stimmung steigert sich weiter, bis beim wunderbaren „Impossible“ schließlich die Mehrheit in den leidenschaftlichen, manchmal an Robert Smith erinnernden Gesang von Olenius einstimmt.

An den Live-Qualitäten der bereits 2001 gegründeten Band bestehen keine Zweifel.

Olenius, Bebban Stenborg (Keyboard, Gesang), Ted Malmros (Bass) und Carl von Arbin (Gitarre) und der Live-Schlagzeuger verstehen ihr Handwerk. Leider ist der Ton an diesem Abend nicht optimal abgemischt. Die Besucher in den hinteren Reihen bekommen statt sattem Sound nur blecherne Klänge auf die Ohren. Glück für diejenigen, die weiter vorne stehen.

Bei „Tonight I Have to Leave It“ im Stil von The Cure haben dann allerdings auch die Hinterbänkler etwas von Olenius’ charismatischer Stimme. Mit einer Taschenlampe bewaffnet macht er sich auf den Weg durchs Publikum und sorgt bei abgedunkelter Beleuchtung für Gänsehaut-Stimmung in der Sputnikhalle.

Danach gibt’s noch eine Zugabe und als würdigen Konzertabschluss mit „Please Please Please“ den ersten großen Hit der „Shout Out Louds“.

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