Archäologisches Museum
„Frieden in der Antike“: Neuer Blick auf die Geschichte

Münster -

Weltpremiere in Münster: Laut Museumsdirektor Prof. Dr. Achim Lichtenberger gibt es in Münster die weltweit erste Ausstellung, die sich dem Thema Frieden in der Antike widmet.

Mittwoch, 25.04.2018, 09:00 Uhr aktualisiert: 25.04.2018, 11:55 Uhr
Dieses fast 2500 Jahre alte Grabgefäß, dass am Dienstagmorgen im Archäologischen Museum angeliefert wurde, zeigt den Handschlag eines Ehepaares.
Dieses fast 2500 Jahre alte Grabgefäß, dass am Dienstagmorgen im Archäologischen Museum angeliefert wurde, zeigt den Handschlag eines Ehepaares. Foto: Matthias Ahlke

Beim Blick ins Archäologische Museum ist am Dienstagmorgen schwer zu glauben, dass hier ab Samstag, also schon 96 Stunden später, die Ausstellung „Frieden in der Antike“ gezeigt werden soll. Überall stehen noch Kisten und Vitrinenwände, es wird gehämmert und gebohrt. Aber von den meisten der insgesamt 160 Exponate, die das Museum unter anderem aus 21 Museen und acht Ländern nach Münster geschafft hat, ist noch nichts zu sehen. Doch von etwaiger Unruhe ist bei Museumsdirektor Prof. Dr. Achim Lichtenberger nichts zu spüren: „Das hier ist ein geordnetes Chaos“, sagt er mit einem Lächeln. Bis Donnerstag werde die Ausstellung stehen.

Etwas ganz Besonderes

Und die Vorfreude darauf ist Lichtenberger deutlich anzumerken. Auch weil die Ausstellung Teil eines großen Ganzen ist. Immerhin ist sie eingebettet in das Projekt „Frieden. Von der Antike bis heute“ , das man gemeinsam mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur , dem Kunstmuseum Pablo Picasso, der Universität Münster, dem Bistum sowie dem Stadtmuseum durchführt. Doch auch davon ab ist die kommende Schau für das Archäologische Museum etwas ganz Besonderes. „Es ist die größte Ausstellung des Hauses bislang“, erklärt Lichtenberger. Zudem und vielleicht noch entscheidender: „Weltweit hat es noch keine Ausstellung gegeben, die sich ausschließlich dem Thema Frieden in der Antike gewidmet hat“, so der Museumsdirektor.

Der älteste Friedensvertrag 

Für sich genommen ist das verwunderlich, sind doch die auch heute noch tragenden Friedenssymbole vielfach schon in der Antike angelegt worden, wie Lichtenberger erklärt. Beispielhaft zeigt der Museumsdirektor ein fast 2500 Jahre altes Grabgefäß, dass den Händedruck eines Ehepaares zeigt. Auch die vier noch erhaltenen Fragmente des ältesten Friedensvertrags der Menschheitsgeschichte beinhaltet die Ausstellung. Es ist die Abschrift eines Keilschrifttextes zwischen Ramses II. und den Hethitern, datiert auf das Jahr 1259 vor Christus.

Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“

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  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke
  • Im Archäologischen Museum hat der Aufbau der Ausstellung „Frieden in der Antike“ begonnen. Sie wird am Samstag eröffnet. Foto: Matthias Ahlke

Neben vielen Leihgaben anderer Häuser ist das Prunkstück der Ausstellung noch überhaupt nirgends zu sehen gewesen. Die Statue der Eirene, des vergöttlichten Friedens, mit dem Plutos-Knaben wurde eigens für das Archäologische Museum angefertigt. Was auf den ersten Blick gar nicht auffällt, ist für Archäologen eine Besonderheit. Denn das Füllhorn, das die Figur hält und das Wohlstand symbolisiert, ist nicht gefüllt. Das, so Lichtenberger, zeige, wie forschungsnah dabei gearbeitet wurde.

Denn bislang wurden Kopien der aus dem alten Griechenland stammenden Statue stets mit einem römischen Füllhorn gezeigt. Das ist meist überbordend mit Früchten gefüllt. „Zu der Zeit, als die originale Statue in Griechenland entstand, wurde das Füllhorn aber stets leer gezeigt“, erklärt Lichtenberger. Zudem zeige man die Statue nicht im üblichen Gips-weiß, sondern in Gold. „Wir wissen, dass Bronzestatuen früher so gezeigt wurden. Und auch, wenn wir zugegebenermaßen den Farbton nicht genau kennen, haben wir doch versucht, den Originalzustand so gut es geht nachzuempfinden.“

15.000 Euro Kosten

Dass die Statue überhaupt zu sehen sein wird, ist vor allem der Universitätsgesellschaft zu verdanken, die die Kosten von knapp 15.000 Euro übernommen hat.

Aufgrund der vielen Friedensbezüge aus der Antike in die Neuzeit empfiehlt Lichtenberger mit einem Augenzwinkern: „Wer systematisch vorgehen möchte, der sollte sich als Erstes unsere Friedensausstellung ansehen.“

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