Plätze am Hohen Heckenweg lösen Diskussionen aus
Alte Briten-Häuser für Obdachlose

Münster -

Acht alte Briten-Wohnungen am Hohen Heckeweg sollen künftig als Obdachlosen-Unterkünfte dienen. Das löst Diskussionen in Rumphorst aus.

Donnerstag, 26.04.2018, 08:00 Uhr
Thomas Schulze auf´m Hofe (3.v.r.) vom städtischen Sozialamt führte Anwohner durch die alten Briten- Häuser, in die demnächst obdachlose Familien einziehen sollen.
Thomas Schulze auf´m Hofe (3.v.r.) vom städtischen Sozialamt führte Anwohner durch die alten Briten- Häuser, in die demnächst obdachlose Familien einziehen sollen. Foto: Matthias Ahlke

„Es herrscht eine spürbare Skepsis im Quartier.“ Mit dieser Einschätzung traf der CDU-Ratsherr Jan Leiße die Stimmung bei einer Ortsbesichtigung und einer anschließenden Bürgerversammlung ganz genau. In acht alte Briten-Wohnungen am Hohen Heckenweg will die Stadt ab Juni obdachlose Familien einquartieren.

Das löst bei den Anwohnern alles andere als Freude aus. Es war aber auch keine tief sitzende Ablehnung spürbar, als sich die städtische Sozialamtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann in der Aula der benachbarten Thomas-Morus-Schule den kritischen und besorgten Fragen der Menschen in Rumphorst stellte.

Die Stadt möchte die alten Briten-Wohnungen gern für Obdachlose nutzen, weil die bisherige, wesentlich größere Unterkunft mit 200 Plätzen an der Trauttmansdorffstraße abgängig ist und nur noch bis Ende des Jahres genutzt werden kann.

Mit Flüchtlingsunterkunft-Häusern arrangiert

Laut Arnkens-Homann verfolgt das Sozialamt jetzt das Konzept einer „Dezen­tralität“. Das heißt: Am Hohen Heckenweg wie auch an anderen Standorten sollen künftig nur noch maximal 50 Menschen untergebracht werden.

In der Aussprache wurde schnell klar, dass sich die Anwohner mit der bisherigen Nutzung der Häuser als Flüchtlingsunterkünfte arrangiert hatten, sich die „schwierigen Familien“ aus der Obdachlosenszene als neue Nachbarn aber nur schwer vorstellen können.

Zumindest in zwei Punkten versuchte Arnkens-Homann die Befürchtungen zu zerstreuen. Einige Anwohner der Trauttmansdorff­straße, die dort regelmäßig für Polizeieinsätze gesorgt haben, werden nicht zum Hohen Heckenweg ziehen. „Für die haben wir andere Lösungen“, drückte es die Sozialamtsleiterin diplomatisch aus.

Entwicklung zu sozialem Brennpunkt befürchtet

Darüber hinaus seien die Briten-Wohnungen nicht vorgesehen für „obdachlose, allein stehende Männer“ und überdies auch nicht für Obdachlose aus der Drogen-Szene am Hauptbahnhof.

Gleichwohl wurde bei der Bürgerversammlung, an der rund 80 Menschen teil­nahmen, die Gefahr angesprochen, dass sich der Hohe Heckenweg zu einem sozialen Brennpunkt entwickeln könnte. Nachdrücklich wurde deshalb gefordert, dass die Stadt mit Sozialarbeitern präsent ist. Konkret sind 1,5 Planstellen für die 50 Plätze vorgesehen.

Eine „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ sei damit nicht möglich, erklärte der Sozialamtsmitarbeiter Thomas Schulze auf‘m Hofe bei der Besichtigung. Aber es sei auf jeden Fall deutlich mehr als in der Flüchtlingsbetreuung.

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