Beratungsstelle für Prostituierte im Münsterland
Hilfe bei Schulden und mit Behörden

Münster -

Nach Ost- und Südwestfalen gibt es nun auch im Münsterland eine Prostituierten- und Ausstiegsberatung. Mit einem Bulli sind die Sozialarbeiterinnen auf dem Weg zu den Frauen.

Donnerstag, 26.04.2018, 09:00 Uhr
Beraten Prostituierte (v.l.): Sozialarbeiterin Sabine Reeh, Pfarrerin Birgit Reiche und Sozialarbeiterin Tanja Mesic
Beraten Prostituierte (v.l.): Sozialarbeiterin Sabine Reeh, Pfarrerin Birgit Reiche und Sozialarbeiterin Tanja Mesic Foto: anf

Seit April hat die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen eine neue Beratungsstelle eingerichtet. Nach Ost- und Südwestfalen soll nun auch Prostituierten im Münsterland Unterstützung geboten werden. Mit einem „Beratungs-Bulli“ sind die Sozialarbeiterinnen Sabine Reeh und Tanja Mesic im Rahmen des Projekts „Tamar“ ab sofort unterwegs.

„Es ist ein mobiles Angebot“, betont Pfarrerin Birgit Reiche, Leiterin der Beratungsstellen. Die Frauen – viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund – werden an den Prostitutionsstätten aufgesucht, also in den Wohnungen, Clubs und Bars, in denen sie ihre Tätigkeit anbieten. Den Sozialarbeiterinnen gehe es aber nicht darum, alle Frauen aus der Prostitution zu holen. „Wenn Frauen sich in der Tätigkeit wohlfühlen, unterstützen wir sie dabei“, erläutert Tanja Mesic. Doch es gebe auch Frauen, die keine andere Chance als die Prostitution sehen: „Diese Frauen leiden an dieser Tätigkeit. Und wir begleiten sie bei dem Ausstieg.“

Neues Prostituiertenschutzgesetz

Aus den Beratungsstellen in Ost- und Südwestfalen wissen die Sozialarbeiterinnen, welche Hilfebedarfe die Prostituierten haben. Tanja Mesic: „Viele suchen eine Wohnung, haben Probleme mit ihrem Partner. Es geht aber auch um Schulden, Gewalterfahrungen und Drogenprobleme.“ Zudem seien viele Prostituierte nicht krankenversichert.

Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland zudem ein neues Prostituiertenschutzgesetz eingeführt. „Die Scheu davor ist groß“, weiß Sabine Reeh. Denn die Frauen müssen sich beim zuständigen Ordnungsamt anmelden. Auch bei diesen und anderen Ämter- oder Behördengängen bieten die Sozialarbeiterinnen Hilfe an.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5687309?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker