Landwirtschaft
Bauern und Tierschützer protestieren bei Agrarministerkonferenz

Münster/Warendorf -

Die Landwirte in Nordrhein-Westfalen fordern von den Agrarpolitikern in Bund und Ländern zügig Lösungen für drängende Probleme in Tierhaltung und Ackerbau. Dies ist die zentrale Botschaft, die zirka 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland am Donnerstag den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder bei ihrer Kundgebung vor dem Hotel Mövenpick in Münster übermittelten.

Donnerstag, 26.04.2018, 13:07 Uhr
Landwirtschaft: Bauern und Tierschützer protestieren bei Agrarministerkonferenz
Das Streetteam Münster protestierte als blutverschmierte Fleischstücke verkleidet bei der Agrarministerkonferenz in Münster gegen Tierquälerei in der Landwirtschaft. Foto: Matthias Ahlke

Auch andere Organisationen wie der Deutsche Tierschutzbund und Greenpeace, aber auch der Bund deutscher Milchtierhalter wollen den Ministern am Donnerstmittag ihre Forderungen übergeben.

„Der gesellschaftliche Wandel äußert sich in vielen neuen Ansprüchen an unsere Nutztierhaltung und unseren Ackerbau. Wir Bauernfamilien stellen uns dieser Situation und sind auch zu Veränderungen bereit. Aber wir haben auch eine starke Verantwortung gegenüber unseren Familien und wo wir gegebenenfalls erheblich investieren sollen, brauchen wir Klarheit über die künftigen Rahmenbedingungen. Ich erwarte von den anwesenden Agrarministerinnen und Agrarministern, dass sie diese Klarheit jetzt schaffen, denn in vielen Fragen drängt die Zeit“, sagte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) Johannes Röring am Donnerstag.

Streitpunkt Ferkelkastration 

Der WLV und der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) erwarten von der NRW-Landesregierung eine „Vorwärtsstrategie“, die Entwicklung eindeutiger Perspektiven für die wirtschaftenden Betriebe. Hierbei geht es im Bereich der Nutztierhaltung unter anderem um die Verständigung auf ein akzeptiertes Verfahren zur Ferkelkastration ab 2019 und angemessene Übergangsfristen für Neuregelungen in der Sauenhaltung, die sich an Abschreibungszeiträumen orientieren.

xIMG_0205

Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) Foto: Archivbild - WLV

Der Deutsche Tierschutzbund fordert dagegen, am Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 unverändert festzuhalten. Der sogenannte „vierte Weg“, die Kastration mit Lokalanästhesie, darf jedoch keine Alternative sein. Gleichzeitig fordert der Verband mit dem gesetzlichen Ausstieg aus der Kastenstandhaltung eine grundlegende Änderung der Sauenhaltung.

Protestaktion im Kreis Warendorf

Hier solle die Agrarministerkonferenz ein deutliches Zeichen Richtung Bundesregierung senden. Darüber hinaus müssten Tiertransporte in Drittstaaten ausgesetzt werden, solange Missstände belegen, dass bei diesen Transporten regelmäßig gegen EU-Recht verstoßen wird und dieses offenkundig weder durchsetzbar noch kontrollierbar sei.

Der Bundesverband deutscher Milchviehhalter startete Donnerstagmorgen seine Protestaktion im Kreis Warendorf. Von dort fuhren zahlreiche Traktoren über Senden nach Münster. Dem BDM - eine Konkurrenzorganisation zum WLV - geht es um die Begrenzung der Milchmenge und eine Verbesserung der Milchmenge, um die Preise stabil zu halten oder diese wieder zu erhöhen. Zurzeit erhalten Milchbauern im Schnitt 32 Cent pro Liter, die Tendenz ist eher sinkend.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5688406?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker