Demonstration bei der Agrarministerkonferenz
Minister stellen sich dem Protest der Bauern

Um 13 Uhr kommt Till Backhaus aus dem Tagungshotel, geht auf die protestierenden Landwirte zu, hört sich deren Statements an. Danach schnappt sich der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg das kleine graue Mikro. Auch Christa Schulze Föcking äußert sich zu den Forderungen. 

Donnerstag, 26.04.2018, 15:40 Uhr aktualisiert: 26.04.2018, 20:59 Uhr
Christa Schulze Föcking steht demonstrierenden Landwirten vor dem Mövenpickhotel im Zuge der Agrarministerkonferenz Rede und Antwort.
Christa Schulze Föcking steht demonstrierenden Landwirten vor dem Mövenpickhotel im Zuge der Agrarministerkonferenz Rede und Antwort. Foto: Jürgen Christ

Münster - „Natürlich müssen wir bei all den nötigen Reformen auch die Nöte unseres Berufsstandes im Blick haben“, sagte der SPD-Politiker, der gemeinsam mit seinen Länderkollegen und der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in Münster über die Zukunft der Landwirtschaft berät. Und fügt unter dem Beifall der knapp 500 protestierenden Landwirten von WLV und BDM hinzu. „Wenn wir nicht aufpassen, wird es bald keinen Schweinemastbetrieb aus unserem Land und kein Schweinefleisch aus Deutschland mehr geben.“

Forderungen sind höchst unterschiedlich

Beifall von den knapp 500 protestierenden Landwirten, die den Aufrufen des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) und des Bundesverbandes Deutscher Milchtierhalter (BDM) gefolgt waren. Fein säuberlich getrennt standen die Landwirte der verschiedenen Berufsverbände vor dem Hotel. Während der BDM staatliche Eingriffe zur Reduzierung der Milchmenge fordert, setzt der WLV vor allem auf faire Wettbewerbsbedingungen.

Agrarministerkonferenz in Münster

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  • Demonstrierende Landwirte vor dem Mövenpickhotel stellen ihre Forderungen.

    Foto: Jürgen Christ
  • Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, steht demonstrierenden Landwirten Rede und Antwort vor dem Mövenpickhotel im Zuge der Agrarministerkonferenz.

    Foto: Jürgen Christ
  • Im Zuge der Proteste fordern die demonstrierenden Landwirte Lösungen für drängende Probleme im Ackerbau und Tierhaltung.

    Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ

„Gerade die Tierhaltung steht unter einem ungeheuren Druck der Märkte. Da brauchen wir die Unterstützung der Politik und eine vernünftige Abwägung der Interessen aller, um die Zukunft unserer Familienbetriebe zu sichern“, sagte Wilhelm Brüggemeier, Vizepräsident des WLV. Konkret geht es eine nationale Tierschutzrichtlinie, die Einführung eines Siegels und die Anforderungen in Punkte Stallgröße und Kastration von Ferkeln. Worte, die Backhaus ernst nimmt. Konkret nennt er zum Beispiel die Pflicht der Industrie, chemische Pflanzenschutzmittel zum Beispiel vor Marktreife erst auf Umweltverträglichkeit zu testen. „Denn sonst ist wieder der Landwirt der Dumme.“

Ferkelkastration als Streitpunkt

Der Deutsche Tierschutzbund fordert dagegen, am Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 unverändert festzuhalten. Der sogenannte „vierte Weg“, die Kastration mit Lokalanästhesie, darf jedoch keine Alternative sein. Gleichzeitig fordert der Verband mit dem gesetzlichen Ausstieg aus der Kastenstandhaltung eine grundlegende Änderung der Sauenhaltung. Hier solle die Agrarministerkonferenz ein deutliches Zeichen Richtung Bundesregierung senden. Darüber hinaus müssten Tiertransporte in Drittstaaten ausgesetzt werden, solange Missstände belegen, dass bei diesen Transporten regelmäßig gegen EU-Recht verstoßen wird und dieses offenkundig weder durchsetzbar noch kontrollierbar sei.

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