Partys auf den Grünflächen
Ist die Situation am Kanal und Aasee aus dem Ruder gelaufen? Ein Pro und Contra

Ist das Problem auf den Grünflächen am Aasee und am Kanal aus dem Ruder gelaufen? Damit befasst sich unser „Pro & Contra“ an diesem Wochenende.

Samstag, 28.04.2018, 08:00 Uhr
Partys auf den Grünflächen: Ist die Situation am Kanal und Aasee aus dem Ruder gelaufen? Ein Pro und Contra

Pro: Es braucht mehr Rücksicht

Partystimmung am Aasee und am Kanal: Sobald die Sonne scheint, lockt es die Menschen auf die Grünflächen. Das ist normal. Unnormal ist dagegen, dass die Menschen immer eine Menge Müll hinterlassen müssen. Verpackungen, leere Flaschen und Einweg-Grills. Einfach liegen gelassen auf den Wiesen, die übersät sind mit Müll. Außerdem stinkt es in den Büschen und am Kanal in Hecken von Anwohnern. Nur, wer soll die zusätzliche Reinigung nach einem Party-Wochenende bezahlen?

Mit etwas mehr Rücksichtnahme ließe sich das Problem lösen. Da bedarf es weder des Einsatzes von Service-Mitarbeitern noch der Reinigungskräfte. Das beste wäre es doch, den Müll einfach liegenzulassen. Dies ginge zwar auf Kosten der Anwohner, wäre aber hilfreich für die Verursacher. Dann verstehen sie, wie schön eine saubere Grünfläche sein kann. Hilfreich wird jetzt am Aasee das Aufstellen von Toiletten sein. Auf diese Idee hätte die Stadt früher kommen müssen, denn niemand läuft bis zum öffentlichen WC von den Kugeln bis zum A2 oder zum Hansa-Segelclub.  Gabriele Hillmoth

Contra: Münster ist jung

Wenn die Sonne nach einem warmen Tag untergeht und zahllose junge Menschen an den Aasee-Kugeln oder am Kanal das Leben genießen, dann spiegelt das echte urbane Lebensqualität wider. Und das ist, was Münster schon seit langer Zeit ausmacht. In einer Stadt mit 300 000 Einwohnern und Zehntausenden Studenten sollte toleriert werden, dass die Musik mal zu laut ist und der Müll mal nicht in der Abfalltonne landet.

Natürlich: Niemand sollte leere Flaschen oder Verpackungen einfach liegen lassen. Und ja: An mancher Stelle lässt die Selbstdisziplin einiger Menschen offensichtlich zu wünschen übrig. Aber für die öffentliche Reinigung gibt es einen städtischen Etat. Der sollte nicht nur beim Rosenmontagsumzug oder beim Stadtfest greifen, sondern auch an lauen Sommertagen. Die gibt es zwar häufiger als Großveranstaltungen, aber deshalb sind sie für die Stadt und ihre Bürger nicht weniger wichtig. Und vielleicht sind ein bisschen Lärm und Müll auch die Begleiterscheinungen einer jungen Stadt. Die sollte man definitiv in Kauf nehmen.  Anna Spliethoff

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