Windenergie-Genossenschaft zieht Bilanz
Längere Laufzeiten trotz toter Fledermäuse als Ziel

Münster -

Weil um Anlagen der münsterischen Windenergie-Genossenschaft tote Fledermäuse gefunden wurden, liefen die Windräder 2017 weniger. Das könnte sich ändern, wenn ein entsprechendes Gutachten vorliegt.

Sonntag, 29.04.2018, 06:00 Uhr
Aufbau eines Windrades im vergangenen Jahr bei Amelsbüren 
Aufbau eines Windrades im vergangenen Jahr bei Amelsbüren  Foto: Grottendieck

Erstmals eine Dividende, ein neues viertes Windrad, aber noch keine abschließende Klärung in der Fledermaus-Problematik – so lässt sich die Generalversammlung der Genossenschaft „Unsere Münster-Energie“ zusammenfassen. Deren Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Theresia Theurl strahlte, als sie die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 3,5 Prozent vorschlug – „genau unserer Auszahlungsziel, das wir uns ab dem dritten Jahr vorgenommen haben“. Die Zustimmung der fast 80 anwesenden Genossen von insgesamt rund 350 Mitgliedern zu diesem Vorschlag war folglich Formsache. Zwar wies die Genossenschaft für das Jahr 2017 ein Minus von knapp 64 000 Euro aus. Dieses aber sei vorsorglichen Steuerrückstellungen geschuldet, wie Vorstand Manfred Andresen in seiner Bilanz erläuterte. „Das Geschäftsjahr war in Ordnung.“ Man habe im ordentlichen Geschäft keinen Verlust gemacht, betonte Andresen. Auch in diesem Jahr liege man gut im Plan. „Wir hatten super Wind im ersten Quartal.“

Von den Stadtwerken hat „Unsere Münster-Energie“ ein viertes Windrad gekauft, das an der Thierstraße in Amelsbüren unweit der ersten Anlage steht. Kostenpunkt: 5,15 Millionen Euro, langfristig finanziert. Die beiden anderen Windräder befinden sich in Roxel.

Zeitnah erwartet die Genossenschaft ein abschließendes Gutachten zur Fledermaus-Problematik. Nach dem Fund toter Tiere im Jahr 2016 unter allen drei Anlagen hatten laut Vorstand Dr. Veit Christoph Baecker Gutachter die Standorte zwischen April und Oktober 2017 untersucht. Dabei wurden insgesamt 16 tote Fledermäuse im Umkreis von 60 Metern um die Anlagen herum gefunden – „mit den typischen Merkmalen von Schlagopfern“. Baecker setzt infolge der Gutachten-Erkenntnisse darauf, die damals vereinbarten Abschaltzeiten der Anlagen reduzieren zu können. 2017 entgingen der Genossenschaft dadurch mindestens 70 000 Euro. Dieser Verlust soll durch längere Laufzeiten 2018 fast halbiert werden.

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