Ausgebüxte Kühe
Polizei hebt A1-Vollsperrung nach Suchaktion auf

Ottmarsbocholt -

Zehn ausgebüxte Kühe haben am Sonntagmittag den Verkehr auf der A1 zwischen Ascheberg und Münster-Hiltrup zum Erliegen gebracht. Die Polizei musste die Autobahn auf dieser Strecke in beide Richtungen sperren.

Sonntag, 29.04.2018, 12:13 Uhr aktualisiert: 29.04.2018, 16:40 Uhr
Ausgebüxte Kühe: Polizei hebt A1-Vollsperrung nach Suchaktion auf
Mehr als 40 Kräfte von Polizei und Feuerwehr und der Eigentümer waren im Einsatz, um zehn ausbüxte Kühe einzufangen. Foto: Harhues

Rindviecher im „Galopp“ halten Polizei und Feuerwehr auf Trab: Zehn ausgebüxte Kühe führen zu einem Großeinsatz und legen den Verkehr auf der Hauptschlagader A1 lahm. Gegen 11 Uhr ging der Alarm bei der Polizei ein, dass die Vierbeiner von ihrer Weide im Bereich Aldenhövel stiften gegangen sind. Es sollte bis nach 15 Uhr dauern, bis dass die Rinder allesamt eingefangen sind. Die A1, die fast durchgängig zwischen Ascheberg und Münster-Hiltrup in beiden Richtungen gesperrt war, wurde um 13.55 Uhr wieder freigegeben. Auf jeweils zehn Kilometern staute sich beidseitig die Blechschlange.

Autobahn vorsorglich abgeriegelt

„Um eine Gefährdung gering zu halten“, so die oberste Maxime von Einsatzleiter Sebastian Thesing von der Wache Lüdinghausen, war die Autobahn abgeriegelt worden. Denn die Kühe hatten sich von Lüdinghauser Gebiet aus auf eine kilometerlange „Tour“ gemacht, die am Rande von Ottmarsbocholt endete.

Die Tiere waren zwischendurch auf der Fahrbahn im Bereich L 884/B 235 und auf der Venner Straße gesichtet worden, teilte die Polizei mit, die die Autofahrer auch über den Nachrichtendienst Twitter warnte: „Bitte fahren Sie entsprechend vorsichtig!“

Kühe steuerten auf A1 zu

In der Kreuzbauerschaft steuerten die Ausreißer, von denen erst einzelne unter Kontrolle gebracht worden waren, schließlich auf die Autobahn zu. Im Naturschutzgebiet Davert trafen knapp 20 Polizeibeamte sowie 27 Feuerwehrleute aus Ottmarsbocholt und Senden zusammen, auch Jagdpächter waren mit Flinte über der Schulter vor Ort. Viele Kräfte und Fahrzeuge, aber vor allem eine Frage der Taktik. Polizeihauptkommissar Thesing setzte auf Deeskalation – die Rinder sollten nicht unnötig nervös gemacht werden.

Von sieben Kühen, die noch „auf Jück“ waren, befand sich eine nahe dem Rastplatz Davert, während die anderen Rinder das Waldgebiet erkundeten. Die Beamten und Helfer, die teils „Lasso“, Forke oder Knüppel mit dabei hatten, hielten sich zurück, um die Herdentiere nicht zu verschrecken. Entscheidend, um die „Schäfchen ins Trockene“ zu kriegen, war wohl, dass die Eigentümer der Kühe herbeieilten. Die Landwirte führten die größte Gruppe einträchtig aus dem Wald, in dem Feuerwehrleute „lauerten“, um die Tiere gegebenenfalls in die vorgesehene Richtung zu bugsieren. Mit Leiter als Sperren und „Manpower“ waren Fluchtwege abgeriegelt worden.

Beobachter gab Polizei Standort-Hinweise

Große Hilfe leistete der Coesfelder Polizei, die auch Kräfte aus den Präsidien Münster und Recklinghausen zur Unterstützung angefordert hatte, dass sich ein Beobachter des Kuh-„Ausflugs“ an die Fersen der Huftiere geheftet und die Beamten über den jeweiligen Standort informiert hatte. „Das war definitiv eine große Unterstützung“, lobt Einsatzleiter Sebastian Thesing. Ein Helikopter, der eigens aus Dortmund herbeigeflogen war, blieb bis  12.15 Uhr in der Luft, landete dann und hielt sich im Nahbereich weiterhin bereit. 

„Risiko eines schweren Verkehrsunfalls war groß“

Der „Job“ der Polizei war noch nicht abgeschlossen, als die Verkehrsader A 1 wieder pulsierte. Denn von drei Kühen im Bereich der Dorfbauerschaft war erst eine eingefangen worden. Bis dies für alle Hornträgerinnen galt, war es 15.08 Uhr, schildert der Dienstgruppenleiter in der Coesfelder Leitstelle auf Anfrage. Er ist erleichtert, dass der Großeinsatz glimpflich endete: „Das Risiko eines schweren Verkehrsunfalls war groß“, betonte Norbert Voßkühler.


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