Clemenshospital
Rooming-in auf der Kinder-Intensivstation

Münster -

Ein neues Rooming-in-Konzept auf der Kinder-Intensivstation bietet das Clemenshospital an. Mirjam und Robert Stamner sind begeistert, denn sie können sich jetzt rund um die Uhr um die beiden zu früh geborenen Töchter kümmern.

Montag, 30.04.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 01.05.2018, 13:05 Uhr
Clemenshospital: Rooming-in auf der Kinder-Intensivstation
Mirjam und Robert Stamner freuen sich, dass ihre beiden Töchter, Hermine (l.) und Ludovica, so gute Fortschritte machen. Die Zwillinge kamen zu früh auf die Welt. Die Eltern genießen das Rooming-in-Zimmer im Clemenshospital Foto: Oliver Werner

Ludovica hat gewonnen. Über ihrem Bettchen hängt ein Ballon. Das ist die Belohnung dafür, dass das Mädchen jetzt 2000 Gramm wiegt, erzählt Meike Baumhöver. Ludovicas Schwester Hermine muss sich anstrengen, ihr fehlen noch 250 Gramm, dann hat auch sie den Rekord auf der Waage geknackt. Dann schwebt auch über Hermines Bettchen ein Ballon, verspricht Kinderkrankenpflegerin Meike Baumhöver. Die Zwillinge wurden am 6. April im Clemenshospital geboren. Ihre Eltern, Mirjam und Robert Stamner, genießen das enge Zusammensein mit ihren Töchtern im Rooming-in auf der Kinder-Intensivstation.

Vor 15 Jahren, blickt Dr. Georg Hülskamp, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Clemens, zurück, sei an ein solches Angebot auf der Intensivstation nicht zu denken gewesen. Damals waren die Eltern von Frühgeborenen tagsüber auf der Station, abends gingen es nach Hause.

In Skandinavien wird dieses Konzept schon lange praktiziert

Das Clemenshospital sei das erste Krankenhaus im Münsterland, das auf die räumliche Nähe von Eltern und Kindern setzt, sagt Dr. Rüdiger Langenberg. Ganz langsam setzte sich das Rooming-in-Konzept in Deutschland durch, erzählt der Chefarzt der Frauenklinik. In Skandinavien werde dies schon lange praktiziert. „Wir sehen uns als Eltern-Kind-Zentrum“, beschreibt Langenberg die Entwicklung mit den sechs Rooming-in-Plätzen. Dr. Georg Hülskamp empfindet die neue Situation entspannend für alle Beteiligten. Trotz der vielen Technik im Raum seien die Mütter zunächst mal Mütter, so der Chefarzt der Kinderklinik. Dass es überall piept, daran würden sich die Mütter schnell gewöhnen.

Technik im Zimmer wird ausgeblendet

„Ich finde es super“, lobt Mirjam Stamner das Angebot. Sie habe in den ersten drei Wochen schon viel gelernt, sagt die Mutter der Zwillinge, die einige Wochen zu früh geboren worden sind. Auch Ehemann Robert Stamner ist begeistert. „Wir sind hier auf ein tolles Team getroffen.“ Mit gutem Gewissen habe er seine Frau und die Kinder in den ersten Nächten im Krankenhaus gelassen. Die Technik im Zimmer würden sie einfach ausblenden.

Auch Hermine scheint sich daran gewöhnt zu haben. Während ihre Mama über die erste Zeit im Leben der Frühgeborenen berichtet, schlummert das zarte Mädchen, das bei der Geburt 1380 Gramm gewogen hat, in ihren Armen. Etwas schwerer war Ludovica, die bei der Geburt bereits 1750 Gramm wog. Die Aussichten sind für beide Mädchen gut. Sobald die Atmung regelmäßig ist, sie schön Trinken, ein ideales Gewicht erreichen und der Wärmehaushalt stimmt, sagt Dr. Rüdiger Langenberg, dürfen sie nach Hause.

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