Do., 03.05.2018

Bau-Pläne Auf Kasernen-Geländen sollen 550 Sozialwohnungen entstehen

Bau-Pläne: Auf Kasernen-Geländen sollen 550 Sozialwohnungen entstehen

Langes Warten auf Wohnungen: Im November 2013 hatten die britischen Streitkräfte die Oxford-Kaserne in Gievenbeck freigegeben, ein Jahr zuvor bereits die York-Kaserne in Gremmendorf. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

3000 Wohnungen sollen auf den Flächen der York- und Oxford-Kaserne entstehen, die Münster vom Bund kauft. Am Donnerstag wurden Details des Deals bekanntgegeben. So geht es mit den Kasernenflächen weiter:

Wie geht es mit der ehemaligen York- und der Oxford-Kaserne weiter? Am 16. Mai entscheidet der Rat der Stadt über den Ankauf der 75 Hektar großen Fläche, auf der 3000 Wohnungen entstehen sollen. 550 (450 im York-Quartier, 100 im Oxford-Quartier) davon sollen von der Wohn- und Stadtbau als öffentlich geförderte Wohnungen gebaut werden. Geschieht dies in den nächsten fünf Jahren, bekommt die Stadt nach eigenen Angaben einen Nachlass beim Kaufpreis von mehr als zehn Millionen Euro. 10.000 Menschen sollen am Ende auf den beiden ehemaligen Kasernengeländen leben.

Der Rat soll am 16. Mai zugleich die Weichen stellen für eine Verlagerung der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes NRW, die bisher noch auf dem Gelände der York-Kaserne liegt. Sie solle schnellstmöglich an einem Alternativstandort errichtet werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt: „Dann könnte das künftige York-Wohnquartier einschließlich des zentralen, historischen Bereichs der Kaserne komplett entwickelt werden.”

Kaufvertrag nach fünfjährigem „Verhandlungsmarathon″

Die Kaufverträge für die beiden Kasernen waren von der Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) am 18. April notariell beurkundet worden. Sie werden nach Genehmigung durch den Rat der Stadt sowie den Bundestag und den Bundesrat wirksam. Spezielle Voraussetzung für den Vertrag zur York-Kaserne war die Einigung zwischen Stadt und Land NRW über eine Verlagerung der ZUE. Diese Vereinbarung steht ebenfalls unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Rat.

„Der Rat kann jetzt den Schlusspunkt unter einen fünfjährigen Verhandlungsmarathon setzen″, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe. Am Anfang stand im März 2012 eine Konversionsvereinbarung mit der Bima über die Kasernen. Die York-Kaserne in Gremmendorf hatten die britischen Streitkräfte im November 2012 freigegeben, im November 2013 folgte die Oxford-Kaserne in Gievenbeck.

: Chronologie: Münster und die Kasernen

Straffer Zeitplan

Für die nächsten Jahre ist ein deutlich strafferer Zeitplan vorgegeben. Die Verwaltung rechnet damit, dass die Verkaufs-Genehmigung des Bundes bis zur September-Ratssitzung vorliegen wird. In dieser Sitzung sollen die Bebauungspläne beschlossen und bereits Baubeschlüsse für Erschließungsstraßen, Entwässerung und Freiraumplanung gefasst werden. Das ist möglich, weil die technischen Ämter der Verwaltung dafür bereits umfangreiche vorbereitende Arbeiten geleistet haben.

Bereits im Juli soll der Rat über Zuständigkeiten und die Aufgabenverteilung zwischen der Stadt und ihren Tochtergesellschaften KonvOY ("Entwicklung der Konversionsflächen der Oxford- und York-Kaserne in Münster GmbH") und Wohn- und Stadtbau GmbH beraten und beschließen. Sie sollen mit dem Ankauf, der Flächenentwicklung und dem Wohnungsbau betraut werden.

Zentrale Unterbringungseinrichtung an der Warendorfer Straße

Für die Verlagerung der ZUE des Landes schlägt die Verwaltung dem Rat ein städtisches Grundstück an der Warendorfer Straße östlich des Dortmund-Ems-Kanals vor, auf dem sich bis 2013 Flüchtlingsunterkünfte befunden haben. Für diese "ZUE Münster" mit einer Aufnahmekapazität von 500 Personen ist ein 3,8 Hektar großes Gelände vorgesehen.

Die Einrichtung benötigt Gebäude für Unterkunft, Verwaltung und Kinderbetreuung, Räume für Speisetrakt, Wäscherei, Kleiderkammer, Freizeitbeschäftigung und Sanitätsstation sowie Außenanlagen. Bau und Ausstattung kosten nach aktueller Schätzung der Verwaltung 25,5 Millionen Euro (einschließlich 2,5 Millionen für die Kampfmittelräumung). Das Land beteiligt sich daran mit bis zu 10 Millionen Euro. Zur Errichtung der ZUE wird die Verwaltung dem Rat im zweiten Halbjahr eine eigene Beschlussvorlage unterbreiten.

Später mehr.



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