Juwelier Freisfeld eröffnet am Prinzipalmarkt
Licht-Ideen für dicke Mauern

Münster -

Der Familienbetrieb Freisfeld ist ins Zentrum der Stadt gezogen und hat seinen Stammsitz von der Salzstraße zum Prinzipalmarkt verlegt. Im ehemaligen Gillkötterhaus eröffnete der Juwelier jetzt sein neues Geschäft. Zudem bleibt auch Freisfeld-Mitte an der Klemensstraße bestehen.

Samstag, 05.05.2018, 17:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2018, 16:06 Uhr
Familie Freisfeld eröffnete jetzt ihren neuen Stammsitz am Prinzipalmarkt: Dr. Andreas und Madeleine Freisfeld sowie Benjamin Freisfeld (l.).
Familie Freisfeld eröffnete jetzt ihren neuen Stammsitz am Prinzipalmarkt: Dr. Andreas und Madeleine Freisfeld sowie Benjamin Freisfeld (l.). Foto: Oliver Werner

Ein knappes Jahr blieb der Blick in das Ladenlokal am Prinzipalmarkt 20 verwehrt. Seitdem leisteten Handwerker hinter dem Bauzaun ganze Arbeit. Jetzt brilliert Familie Freisfeld mit ihrem Juweliergeschäft unter den Bögen.

„Einen halben Tag haben wir überlegt, ob wir an den Prinzipalmarkt ziehen“, blickt Dr. Andreas Freisfeld zurück. Optikermeister Fritz Jürgen Gillkötter hatte seinen Stammsitz bereits Ende des Jahres 2016 geschlossen und die Immobilie an den Herzog von Croy verkauft. Freisfeld mietete das Geschäft zum 1. April an. Demnächst wird auch die Werkstatt des Familienbetriebes an den Prinzipalmarkt ziehen. Den Standort an der Salzstraße gibt der Juwelier auf. „Dieses Geschäft hat uns 70 Jahre nur Glück gebracht“, sagt Freisfeld und fügt hinzu: „Jetzt gehören wir ins Zentrum.“

Mit den Plänen für das neue Geschäft kamen jede Menge Überraschungen auf den Juwelier und den Hausbesitzer zu. Eigentlich hatte Familie Freisfeld eine frühere Eröffnung geplant, aber die Sanierung stellte sich als umfangreich heraus. Dabei wurde der Keller „tiefer“ gelegt und eine neue Treppe in das Untergeschoss eingezogen. Allein 15 Helfer waren notwendig, um eine der dicken Glasscheiben für die Treppe einzusetzen. Die Statik des Gebäudes musste verstärkt werden. Polierter Edelstahl versteckt jetzt raffiniert zusätzlich eingezogene Stahlträger. Dieser Edelstahl dominiert auch die Verkaufstheke und „macht schlanke Beine“, so Freisfeld.

Der Juwelier schwärmt von dem Charme des Hauses mit seinen teilweise bis zu 1,20 Meter dicken Mauern, dessen Giebel den Krieg unzerstört überlebt habe. Und er freut sich, dass in Absprache mit der Denkmalbehörde ein Mauerrest aus dem Mittelalter erhalten werden konnte.

Ansonsten glänzen im Geschäft Teakholz, Edelstahl, Teppichboden in einer Sonderfarbe sowie ein individuelles Lichtkonzept. Eine elfeinhalb Meter lange Lichtwand ermöglicht ein Farbenspiel, das vom Sonnenaufgang bis zum Abendhimmel reicht. Der Familienbetrieb experimentierte mit Licht bereits 1993 im Geschäft an der Klemensstraße, das künftig als Freisfeld Feminin geführt wird. Bei der Übernahme eines Juweliergeschäftes 2010 in Hamburg wurde die LED-Technik verfeinert und jetzt optimiert. Benjamin Freisfeld schätzt, dass rund 30 000 LEDs verarbeitet worden seien. Im Lichthof entstand unter Regie von Rainer Kresing eine Architektur, die Tageslicht einfallen lässt und wie ein Edelstein wirkt.

Dr. Andreas und Madeleine Freisfeld freuen sich, dass der Generationswechsel bei ihnen weiter an Fahrt gewinnt. Alle Entscheidungen seien mit der nächsten Generation, mit Benjamin und Ehefrau Caroline Freisfeld, getroffen worden. Buch­stäblich in letzter Minute vor der Eröffnung spendierte Madeleine Freisfeld dem Geschäft noch ihr Lieblingsbild von Albert Servaes. Dabei spielte vor rund 100 Jahren auf dem Bild des flämischen Malers Schmuck eine Rolle.

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