Sa., 05.05.2018

Pro und Contra Muss eine Neugestaltung für die Windhorststraße her?

Pro und Contra: Muss eine Neugestaltung für die Windhorststraße her?

Die seit 2010 geplante Aufwertung der Windthorststraße ist nach Auffasung des Linken-Politikers Rüdiger Sagel „krachend gescheitert“. Foto: Martin Kalitschke

Alle bisherigen Versuche, die Windthorststraße zu verschönern, sind gescheitert. Aber muss die Gestaltung der Windhorststraße als Tor zur Stadt überhaupt geändert werden? Unsere Redakteurinnen Karin Höller und Gabriele Hillmoth sind unterschiedlicher Meinung.

Pro: Provisorium beenden

Nach der Fertig­stellung des neuen Bahnhofsgebäudes muss Schritt zwei, die Umgestaltung der Windthorststraße als attraktives Tor zur Innenstadt, folgen. Die derzeitige Situation ist peinlich in der Außenwirkung und vermittelt jedem, der nach Münster kommt, den Eindruck eines Provisoriums. Seit Jahren wird ­vergeblich nach einer Alternative gesucht für das unschöne Drahtesel-Gewirr, das Geschäftszugänge versperrt und Kunden zu Hindernisläufen nötigt. Seit Langem fordern die Kaufleute, dass die Stadt auch für B- und C-Lagen mehr tun muss, um an­gesichts des zunehmenden Onlinehandels mit Aufenthaltsqualität vor Ort punkten zu können.

Dafür reichen auf der Windthorststraße ein paar Bänke oder hübsche Laternen nicht aus. Das Fahrradproblem muss endlich gelöst werden. Ein Anfang wäre gemacht, wenn die zahlreichen rostigen Fahrradleichen, die offensichtlich lange nicht mehr bewegt wurden, ­entfernt würden. Ein Ordnungsdienst – ähnlich wie an den Münster-Arkaden – müsste dafür sorgen, dass nur in abgegrenzten Be­reichen geparkt wird. Eine große Entlastung wird das geplante Fahrradparkhaus an der Bahnhofs-Ostseite wegen der großen Zahl von Kurzparkern in diesem Bereich kaum bringen. Vielleicht sollte man einmal über Abstellflächen an der Engelenschanze nach­denken. Karin Höller

Contra: Leezen gewinnen

Sicher würde der Windthorststraße als Tor zur Stadt eine Neugestaltung guttun. Nur: Wohin mit den vielen Fahrrädern? Wer aber so lange wie die Stadt im Dunstkreis des Hauptbahnhofs ein ­Leezenchaos stillschweigend akzeptiert, der muss sich dann nicht wundern, wenn dieser Knoten nicht mehr aufzulösen ist. Genau dieser Punkt ist aber schon lange erreicht. Fahrradfahrer sind nun mal Gewohnheits­menschen, die ihre Räder  in unmittelbarer Nähe zu ihrem Ziel abstellen. Die Stadt kann sich das Geld für Planungen auf der Windthorststraße sparen, denn aufgrund dieser Missstände wird daraus niemals ein Pracht-Boulevard werden.

In Münster gibt es aber auch schon genug Beispiele dafür, dass sich so ein Fahrradproblem nicht einfach auf Knopfdruck in Wohlgefallen auflösen lässt. Sei es rund um die Münster-Arkaden, am Alten Fischmarkt, auf der Zufahrt vom Rathaus zum Domplatz oder unter den Bögen auf dem Prinzipalmarkt –  um nur einige Beispiele zu nennen, wo das Fahrradproblem vorherrscht. Überall dominieren die Räder  im Straßenraum und sorgen für erhebliche Engpässe. Die Windthorststraße ist da keine Ausnahme. Nur: Fahrradfahrer lassen sich eben nicht so schnell verbannen. Und es ist damit zu rechnen, dass es in einer wachsenden Stadt wie Münster nur noch mehr werden, die sich auf ihre Leeze setzen. Gabriele Hillmoth



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