Ausstellung #deineWürde in der Erphokirche
Was Menschen Menschen antun

Münster -

Einige Fragen und womöglich einen Stempel können Besucher der Kunst-Ausstellung mit dem Titel #deineWürde in der Erphokirche mitnehmen. In die Welt der 47 Exponate von Hermann J Kassel aus Mechernich führte am Samstag der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg ein, unterstützt am Cello von Helmut Krack.

Sonntag, 06.05.2018, 17:32 Uhr aktualisiert: 07.05.2018, 10:20 Uhr
Die Mixed-Media-Installation „ecce homo – so wasche ich meine Hände in Unschuld“ ist Dreh- und Angelpunkt der Ausstellung, die jetzt von Hermann J Kassel, Ortrud Harhues vom Kunstausschuss, Thomas Sternberg und Torsten Jortzick (v. l.) eröffnet wurde.
Die Mixed-Media-Installation „ecce homo – so wasche ich meine Hände in Unschuld“ ist Dreh- und Angelpunkt der Ausstellung, die jetzt von Hermann J Kassel, Ortrud Harhues vom Kunstausschuss, Thomas Sternberg und Torsten Jortzick (v. l.) eröffnet wurde. Foto: anh

„Wer seine eigene Würde kennt und anerkennt, kann es auch für andere tun“, betonte Pfarrer Torsten Jortzick zur Begrüßung. Und wer die des anderen verletze, schädige sich selbst. Nachdenken und diskutieren über das Grundgesetz und die menschliche Würde und deren Unantastbarkeit sind Anliegen der Ausstellung.

Für Sternberg ist die Mixed-Media-Installation „ecce homo – so wasche ich meine Hände in Unschuld“ ein geeigneter Start für den Rundgang. Ein großformatiges Foto zeigt einen mit Kot beschmierten Insassen des einstigen Abu-Ghraib-Gefängnisses in Bagdad, seine Körperhaltung erinnert an den Gekreuzigten. Davor ein Kasten mit zwei sich fortdauernd bewegenden weißen Peeling-Handschuhen, das Streben nach Reinheit symbolisierend. Es zeige, so Sternberg, was Menschen Menschen antun können. Wie Kassel nennt er es „ikonographisch“. Für Kassel strahlt der Geschundene sogar eine große Würde aus.

Das exemplarische Motiv durchzieht die meisten der Exponate; Kassel hat es auch in Nationalflaggen eingearbeitet, von Staaten aus Europa, dem Nahen Osten. Es sei keine Beschuldigung, sondern eine Frage, erklärt Kassel. „Und du?“ heißt es an einer Stelle, und tatsächlich will Kassel den Besuchern die Frage mitgeben. Eine Antwort steckt in der leeren Leinwand, an der ein Stempel hängt: Jeder kann sein „Ich bin wertvoll“ selbst stempeln. Das Stempeln „macht etwas mit den Menschen“, hat Kassel beobachtet, der mit dem Thema Würde auch an Schulen unterwegs ist. Gern, hat er beobachtet, holten sich jüngere Schulkinder frühmorgens noch einen Stempel auf dem Weg in den Tag. Zur Ausstellung und seiner Symbolik gehört auch das Kreuz am Ambo, von dem ein anwesender Theologe sagte: „Das ist das beste Kreuz, das ich je gesehen habe.“

Der Hashtag des Ausstellungs-Titels, #deineWürde, und die QR-Codes leiten in die Welt des Internet: Dort, auf Facebook, Twitter und Instagram und auf der Projekt-Website deineWuerde.de, kann jeder Gedanken hinterlassen. Oder im Gästebuch in St. Erpho.

Thomas Sternberg dankte dem Kunstausschuss der Gemeinde für den eindrücklichen Beitrag zum Katholikentag. Etliche Veranstaltungen finden dann in der Erphokirche statt.

Zum Thema

Die Ausstellung ist bis zum 2. Juni ist der Kulturkirche Erphokirche, Ostmarkstraße 21, zu sehen: samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr, während des Katholikentags vom 10. bis zum 13. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr.

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