„Frühjahrssalon“ der Künstler vom Hawerkamp 31
Nachdenklich und bunt

Münster -

Der rote Faden am Hawerkamp ist im Grunde immer die Vielfalt. Aber beim Frühjahrssalon 2018 lassen sich zudem zwei Linien ziehen: eine bunte und eine nachdenkliche Linie.

Montag, 07.05.2018, 10:20 Uhr
Christiane Schöpper  Christiane Schöppers berühmte Büsten werden durch das neue hautfarbene Rosabeige zärtlicher.
Christiane Schöpper  Christiane Schöppers berühmte Büsten werden durch das neue hautfarbene Rosabeige zärtlicher. Foto: Gerhard H. Kock

Für Farbe steht Peter H. Adorf immer. Monotypien werden gelegentlich ungenau als Abklatsch bezeichnet. Bei Adorf wird das Gegenteil sichtbar. Aus einer schillernd bunten Fläche zieht er Farbe wieder ab, wodurch mehr oder weniger kleine weiße Flecken-Flächen entstehen. Zwar bestimmen die Farbfarben bei ihm auch unterschiedliche Stimmungen eines Bildes. Bei Kirsten Mühlbach indes hat das Verhältnis von Weiß und Farbe eine geradezu existenzielle Dimension. In ihrer neuen Malrichtung bringt sie lichte Landschaften auf die Leinwand, um diese anschließend durch Weiß wieder verschwinden zu lassen – wie das Gedächtnis mancher Menschen im hohen Alter. Da scheint es wie ein Trost, dass die verbleibende Bild-„Erinnerung“ nichts an Schönheit verliert.

Frühjahrssalon am Hawerkamp 31

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  • Frühjahrssalon 2018: Barbara Oestreich

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Heinz Zwernemann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Heinz Zwernemann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Heinz Zwernemann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Heinz Zwernemann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Heinz Zwernemann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Christiane Schöpper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Christiane Schöpper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Christiane Schöpper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Christiane Schöpper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Christiane Schöpper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Bahram Hajou

    Foto: Hajou
  • Frühjahrssalon 2018: Kirsten Mühlbach

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Kirsten Mühlbach

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Kirsten Mühlbach

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Kirsten Mühlbach

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Martina Meyer-Heil

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Martina Meyer-Heil

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Martina Meyer-Heil

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Martina Meyer-Heil

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Martina Meyer-Heil

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Martina Meyer-Heil

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Andrea Ottenjann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Andrea Ottenjann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Andrea Ottenjann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Andrea Ottenjann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Andrea Ottenjann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Andrea Ottenjann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter Paul Berg

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter Paul Berg

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Christian Heeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Christian Heeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter H. Adorf

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter H. Adorf

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter H. Adorf

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter H. Adorf

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter H. Adorf

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter H. Adorf

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Frühjahrssalon 2018: Peter H. Adorf

    Foto: Gerhard H. Kock

Das Grundmenschliche ist bei Andrea Ottenjann als „Sehnsucht“ beherrschendes Thema. Ihre übermalten kleinen Collagen tragen Titel wie „weit weg ist meine Liebe“, „wo bist du?“ oder „ich denke voll von Liebe an dich mein Kind“ und ein Großformat: „blindes Ver­trauen“. Zwei Ateliers weiter verbreitet Barbara Oestreich Lebenslust. Wer in den rot wilden, mit Grün und Gelb versehenen Gemälden Blüten erkennt, ist zumindest ihrer Inspirationsquelle „Natur“ nah. Doch ihre Kraft gewinnen die Bilder aus dem Lebens-Gefühl. Die ist im selben Atelier auf den Leinwänden bei Christian Heeck ebenfalls spürbar, aber heftiger. Denn die Körperlichkeit von Malerei, der Gestus zeigt sich unmittelbar. Heecks Struktur-Thema ist kosmologisch, die erste Sekunde an sich nach der vom katholischen Priester Georges Lemaître erdachten und begründeten „Urknalltheorie“. Bei Heeck finden sich Kometen-Spuren, Leuchten der Gestirne, das Dunkel des Alls, die Nebel und Galaxien.

Räume beschäftigen auch Peter Paul Berg. Er stimuliert sie. Im Kopf des Betrachters. Durch Linien. Fäden sind von der Decke zum Boden gespannt; mit den Flächen an der Wand erzeugen sie ein Echo von Räumen, die sich im Betrachter bilden und mit jedem Standortwechsel verschieben; da springen unsicht-, aber wahrnehmbare Wände um.

Heinz Zwernemann zeigt die malerische Vielfalt seiner drei Linien: Figuren-Bilder, Collagen und Abstraktes. Vieles davon ist von seinem Lehrer Markus Lüpertz beeinflusst. Martina Meyer-Heil setzt ihre mit den „Austern Geistern“ angefangenen Tusche-Zeichnungen auf vier Aluminium-Platten in Rautenform fort. Wobei die getuschten Linien der Figuren, Schädel und Grotesken von den geritzten Linien gleichsam bedroht werden.

Christiane Schöpper hat ihren Büsten eine neue Farbigkeit gegeben – hautfarbenes Rosa. Das macht deren endlos-weite Innerlichkeit zarter, berührender. Bei ihr ist der US-amerikanische Bildhauer Thanasai Papapostolou zu Gast, der sich aus dem Formen-Repertoire klassischer Skulpturen bedient, um eigene Körper zu finden. In der Titanickhalle zeigt Lukas Zerbst ein Video. Bei ihm erkunden die Tänzerin Sylvana Seddig und eine Kamera (wie eine Person) ein leeres Haus.

Zum Thema

Der Frühjahrssalon der Künstler vom Hawerkamp 31 ist am Samstag und Sonntag (5. und 6. Mai) von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

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