Mi., 09.05.2018

Oxford- und York-Kaserne Ausschüsse begrüßen Ankauf der Kasernen

Von der Aufregung früherer Debatten war nicht mehr viel zu spüren, als der Planungs- und der Liegenschaftsausschuss am Dienstagabend das weitere Vorgehen bei der Bebauung der Kasernen berieten.

Von der Aufregung früherer Debatten war nicht mehr viel zu spüren, als der Planungs- und der Liegenschaftsausschuss am Dienstagabend das weitere Vorgehen bei der Bebauung der Kasernen berieten. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Für die Ratssitzung am kommenden Mittwoch zeichnet sich eine breite Mehrheit zum Ankauf der Kasernen ab. Zwei Ausschüsse legten am Dienstag schon mal vor.

Von Klaus Baumeister

Das war ein mehr als deutlicher Fingerzeig für die Ratssitzung am kommenden Mittwoch. Einstimmung haben der Planungsausschuss sowie der Liegenschaftsausschuss am Dienstagabend der Errichtung einer Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für bis zu 500 Flüchtlingen nahe der Warendorfer Straße zugestimmt.

Damit ist der Weg frei für einen Ankauf der York-Kaserne in Gremmendorf und der Oxford-Kaserne in Gievenbeck durch die Stadt Münster. Zum Hintergrund: Das Land Nordrhein-Westfalen ist nur dann bereit, ihre bestehende Flüchtlingseinrichtung in der York-Kaserne zu räumen, wenn die neue, rund 25 Millionen Euro teure ZUE in der Verantwortung der Stadt Münster errichtet wird, wobei das Land zehn Millionen Euro zuschießt. Die ZUE wird als Landesreinrichtung geführt und beherbergt vermutlich Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive.

SPD enthält sich der Stimme

Angesichts der heftigen Auseinandersetzungen im Vorfeld blieb es in der Sitzung erstaunlich ruhig. Es überwog ganz eindeutig die Freude darüber, dass bei den geplanten Wohnquartieren auf den beiden Kasernenflächen jetzt der Knoten geplatzt ist. Selbst der Linke Rüdiger Sagel, sonst um Kritik nicht verlegen, rief: „Endlich! Endlich! Endlich!“.

: Chronologie: Münster und die Kasernen

Lediglich die SPD enthielt sich der Stimme. Ratsherr Mathias Kersting begründete dies damit, dass die Fraktion erst am kommenden Montag ihr Abstimmungsverhalten festlegen wolle.

900 Sozialwohnungen sollen entstehen

Auf Nachfrage des GAL-Ratsherrn Gerhard Joksch bestätigte der Wohnungsdezernent Matthias Peck, dass auf den beiden Kasernenflächen insgesamt mindestens 900 Sozialwohnungen entstehen werden, darunter allein 550 des städtischen Unternehmens Wohn- und Stadtbau. Doch auch die privaten Investoren, die sich demnächst um den Erwerb einzelner Baufelder bewerben können, seien verpflichtet, im Geschosswohnungsbau 30 Prozent Sozialwohnungen zu bauen, so Stadtbaurat Robin Denstorff.

Die FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass private Anbieter bei diversen Ausschreibungen in der Vergangenheit den Nachweis erbracht hätten, dass auch sie interessiert und in der Lage seien, Sozialwohnungen zu bauen. Ohnehin sei für den Umfang neuer Sozialwohnungen entscheidend, so Matthias Peck, ob das Land entsprechende Projekte „ausreichend fördert“.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5722040?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F