Großer Protest in Münster
Demo gegen AfD-Gast beim Katholikentag

Münster -

(Aktualisiert: 15.20 Uhr) Protest gegen Populismus: In Münster demonstrieren rund tausend Menschen gegen den Auftritt eines AfD-Vertreters beim Katholikentag. Am Mittag begann ein Protestzug zur Halle Münsterland.

Samstag, 12.05.2018, 11:45 Uhr aktualisiert: 13.05.2018, 09:47 Uhr
Großer Protest in Münster: Demo gegen AfD-Gast beim Katholikentag
Riesenandrang: Der Protestzug auf dem Albersloher Weg. Foto: Oliver Werner

Unter den 1000 Menschen, die am Samstagnachmittag gegen die Teilnahme eines AfD-Politikers an einer Podiumsdiskussion des Katholikentages demonstrieren, ist auch eine Gruppe mit Pfadfindern aus Hannover, Darmstadt und Frankfurt. „Pfadfinder gegen Ausgrenzung“ und „Rassismus ist keine Alternative“ steht auf den Plakaten, die sie an der Halle Münsterland in die Höhe recken. „Wir sind ein internationaler Jugendverband“, sagt Simon Lach, einer der Pfadfinder. „Die AfD steht für das Gegenteil von allem, was wir wollen.“

Die AfD steht für das Gegenteil von allem, was wir wollen.

Simon Lach, Pfadfinder

Der Protest hat um 12 Uhr mittags am Servatiiplatz begonnen. „Die AfD möchte sich erneut als akzeptable bürgerliche und konservative Partei inszenieren“, sagt Carsten Peters vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“, das die Veranstaltung organisiert hat. „Doch die AfD ist keine bürgerliche Partei. Sie ist die Partei des Hasses, des Rassismus und der sozialen Ausgrenzung.“

Demo gegen AfD-Gast beim Katholikentag

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  • Foto: Wilfried Gerharz, Martin Kalitschke, Oliver Werner, Ralf Repöhler
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Danach setzt sich der Zug in Bewegung. Über Klosterstraße, Ludgerikreisel und Hafenstraße geht es zur Halle Münsterland, wo die umstrittene Diskussion mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Volker Münz stattfinden  soll. Die Demonstranten skandieren „Keine Bühne der AfD“, halten Spruchbänder hoch, auf denen „Für eine antifaschistische Kirche“ steht.

"Münster - Stadt der Zuflucht"

Vor der Halle Münsterland ist wegen des Katholikentages kaum Platz, daher findet die Abschlusskundgebung, etwas versteckt, auf der Straße „Am Hawerkamp“ statt. Sie beginnt mit einem Flashmob. Die Initiative „Münster – Stadt der Zuflucht“ will auf einen Ratsbeschluss hinwirken, in dem sich die Stadt verpflichtet, freiwillig weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Die Demonstranten recken blaue Zettel, auf denen diese Forderung ausformuliert ist, in die Höhe.

Hauptredner ist der evangelische Pfarrer Lothar König, der seit 1990 die „Junge Gemeinde“ in Jena leitet. „In Thüringen gewinnt die braune Brut an Einfluss“, sagt König. „Dort wird ausgebrütet, was die AfD dann später von sich gibt.“ König zitiert Jesus: „Ich bin gekommen, um Feuer auf der Erde anzuzünden.“ Damit seien nicht Autos in Berlin oder Hamburg gemeint, „sondern brennende Herzen, die wissen, was sie tun“.

Setzt euch für Güte und Gerechtigkeit ein, es lohnt sich.

Pfarrer Lothar König

König lobt ausdrücklich das Engagement der vielen jungen Menschen, die an der Demonstration teilnehmen. „Setzt euch für Güte und Gerechtigkeit ein, es lohnt sich“, sagt der Geistliche. Und er appelliert, die Bibel zu lesen: „Sie ist ein Widerstandsbuch.“ Nach drei Stunden geht die Demonstration, deren Teilnehmerzahl die Polizei auf bis zu 1000 beziffert, friedlich zu Ende.

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