Di., 15.05.2018

Stellenbesetzung Auswahlverfahren ohne Wahl: Nur noch Grüner im Rennen

Peter Todeskino 

Peter Todeskino  Foto: Ulf Dahl

Münster - 

Ein Auswahlverfahren ohne Auswahl: Münsters Grüne stört das bei der Besetzung des Chefpostens des Parkhausbetreibers WBI am wenigsten. Schließlich soll einer der Ihren neuer Boss werden.

Von Dirk Anger

Bei dem vor dem Abschluss stehenden Auswahlverfahren für den neuen Geschäftsführer des Parkhausbetreibers Westfälische Bauindustrie (WBI) fehlt jetzt vor allem eines: die Auswahl. Wenn am Mittwoch der WBI-Aufsichtsrat zusammentritt, steht nur noch ein Name auf der Liste – und zwar der des Grünen-Mitglieds Peter Todeskino, mit dessen Wahl sich einige beim Bündnispartner CDU durchaus schwertun.

Nach Informationen unserer Zeitung hat Personaldezernent Wolfgang Heuer den Ratsparteien am Montag mitgeteilt, dass ein bislang mit im Rennen befindlicher Kandidat seine Bewerbung zurückgezogen hat. Und eben diesen hielten Vertreter von SPD, Linken und FDP als WBI-Chef für qualifizierter als den früheren Kieler Stadtrat für Stadtgestaltung Todeskino – insbesondere weil er über mehr Erfahrung im Umgang mit Gewerbeimmobilien verfügt, wie es heißt.

Auch Teile der CDU kamen zu dieser Einschätzung, sollten sich aber auf parteiinternen Druck hin der Bündnis-Räson fügen. Schließlich steht die CDU dem grünen Partner im Wort, bei der Suche nach einem neuen WBI-Chef den Favoriten der Grünen zu unterstützten.

Mit Todeskino machen sich die Grünen für einen in Münster längst nicht Unbekannten stark: Der 59-Jährige war Referent des damaligen Stadtbaurats und heutigen Bürgermeisters Gerhard Joksch (Grüne). In Kiel war sein Vertrag infolge geänderter Mehrheitsverhältnisse nicht mehr verlängert worden. Jetzt versuchen seine grünen Parteifreunde in Münster ihn bei der WBI zu installieren.

In Ratskreisen wird hinter vorgehaltener Hand der Rückzug von Todeskinos Mitbewerber als abgekartetes Spiel gewertet, um wankelmütigen CDU-Mitgliedern die Wahl zu erleichtern. Schließlich gibt es nun bei der Abstimmung im Aufsichtsrat am Mittwoch keinen weiteren Kandidaten mehr. „Das passt zum Verfahren“, sagt ein langjähriges Ratsmitglied lakonisch. „Grotesk“ nennt ein anderer Ratsvertreter den Vorgang.

Üblicherweise stellten sich in den Fraktionen mindestens zwei Bewerber bei der Besetzung einer hochrangigen Stelle vor. Das war ursprünglich auch für Montagabend so geplant.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5740416?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F