Di., 15.05.2018

Debatte über Flüchtlingseinrichtung Munteres Krötenschlucken in Münster

Debatte über Flüchtlingseinrichtung: Munteres Krötenschlucken in Münster

Münster zahlt einen hohen politischen Preis, um auf dem Gelände der ehemaligen Briten-Kasernen Wohnraum schaffen zu können. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Wohnungsnot hin, steigende Mieten her: Jahrelang musste Münster darauf warten, die riesigen brachliegenden Kasernenflächen nutzen zu können. Dafür zahlt die Stadt jetzt einen hohen Preis. Ein Kommentar.

Von Klaus Baumeister

Für den lang ersehnten Traum, die beiden Kasernen in Gremmendorf und Gievenbeck bebauen zu dürfen, zahlt Münster einen hohen Preis. Nicht nur finanziell, sondern auch politisch. Seit Jahren haben Bund und Land das Heft des Handelns in der Hand. Dass Münster Kröten schlucken muss, steht für sie außer Frage. Nur die Größe ist noch Verhandlungssache.

Vergleichsweise billig wäre die Stadt davon abgekommen, wenn sie das Freiräumen des Kasernenareals um den Preis der ungeliebten Zentralen Ausländer-Behörde (ZAB) erkauft hätte. Das wollten SPD, Grüne und Linke aber nicht. Also zündete das Land die nächste Eskalationsstufe und drückte den Münsteranern die ebenso unbeliebte Zentrale Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) aufs Auge.

Wenn Münster bockt, sind die Kasernen futsch

Jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass die ZUE perspektivisch zu einer Anker-Einrichtung hochgestuft wird, dem Schreckgespenst aller Flüchtlings-Initiativen. Bund und Land haben dabei leichtes Spiel: Denn wenn Münster bockt, sind die Kasernen futsch.

Wie auch immer sich Münster entscheidet, eines steht fest: Die Gewinner sitzen in Düsseldorf und Berlin.

: Chronologie: Münster und die Kasernen



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