Mi., 16.05.2018

Neuer Antrag der Ratsfraktion SPD: Moratorium für Industrieflächen

Industrieflächen wie am Hessenweg sind in Münster rar gesät. Die SPD möchte ein Moratorium.

Industrieflächen wie am Hessenweg sind in Münster rar gesät. Die SPD möchte ein Moratorium. Foto: spe

Münster - 

Mit einem neuen Antrag möchte Münsters SPD Akzente in der Industriepolitik setzen. Unter dem Stichwort „Ein Industriekonzept für Münster“ hat die Fraktion einen Antrag erarbeitet.

Von Klaus Baumeister

Raus aus dem Schattendasein in der Akademikerhochburg: Münsters SPD fordert, dass die Stadt Münster beziehungsweise die Wirtschaftsförderung einen „Industriebeauftragten“ benennt und darüber hinaus ein Moratorium erlässt, wonach die knapp gewordenen Industrieflächen in Münster nicht anderweitig, etwa für den Bau von Büros, genutzt werden dürfen.

Das sind zwei von verschiedenen Forderungen, die der SPD-Ratsherr Mathias Kersting am Dienstag vorstellte. Unter dem Stichwort „Ein Industriekonzept für Münster“ hat die Fraktion einen Antrag erarbeitet, der am Mittwoch im Rat eingebracht werden soll.

Industrie ist „wichtiger Baustein der Wirtschaft“

Kersting bemängelte, dass Münster in der öffentlichen Wahrnehmung primär eine „Stadt der Hochschulen, der Verwaltung und der Dienstleister“ sei. Mit 13.000 klassischen Industriearbeitsplätzen und weiteren 7000 Mitarbeitern im produzierenden Gewerbe sei die Industrie gleichwohl ein „wichtiger Baustein der Wirtschaft“.

Ihn gelte es zu fördern, zumal 20 Prozent der Ausbildungsplätze in Münster von der Industrie gestellt würden.

Flächenknappheit in den münsterischen Gewerbegebieten

Um angesichts der Flächenknappheit in den münsterischen Gewerbegebieten die Belange der Industrie ausreichend zu wahren, will die SPD erreichen, dass ausgewiesene Industrieflächen im Eigentum der Stadt beziehungsweise im Eigentum städtischer Tochterunternehmen „bis zur Fertigstellung eines Industriekonzeptes“ nicht anderweitig verkauft werden dürfen. Nur so könne man auf eventuelle Wachstums- und Umzugspläne bestehender Industriebetriebe reagieren.

Ein „Industriebeauftragter“ soll nach den Vorstellungen der münsterischen SPD-Ratsfraktion eine Lotsenfunktion übernehmen und sich als „konkreter Ansprechpartner für planungsrechtliche und andere kommunale Fragestellungen anbieten“.



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