Mi., 16.05.2018

Herstellung und Besitz von Marihuana „Hobbygärtner“ muss ins Gefängnis

 Wegen Herstellung und Besitzes von Marihuana hat das Gericht den 45-Jährigen am Dienstag zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt.

 Wegen Herstellung und Besitzes von Marihuana hat das Gericht den 45-Jährigen am Dienstag zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Foto: dpa

Münster - 

Um Joints rauchen zu können, hat ein 45 Jahre alter Münsteraner eine Hanfplantage in einer gemieteten Garage angelegt. Die sei „hoch professionell“ eingerichtet gewesen, befand das Landgericht am Dienstag. Die Verkabelung aber nicht: Es kam zum Brand und die Anlage wurde entdeckt.

Von Klaus Möllers

Durch die Elektrik für den Betrieb von 600-Watt-Scheinwerfern, die auf die Pflanzen für das Wachstum gerichtet waren, entstand im November vermutlich ein Kurzschluss in der Garage mit Zusatzräumen an der Graelstraße. Die Feuerwehr löschte. Dabei kamen die 68 Hanfpflanzen zum Vorschein. Im Haus des Mannes in Mauritz fand die Polizei weitere 47 Zuchtpflanzen.

Privater Vorrat für längere Zeit

Wegen Herstellung und Besitzes von Marihuana hat das Gericht den 45-Jährigen am Dienstag zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Auch muss er im Maßregelvollzug eine Entwöhnung von seinem starken Marihuana-Konsum machen. Eine ärztliche Gutachterin hatte bei dem Angeklagten einen „Hang“ zu dem Konsum festgestellt.

Der 45-Jährige habe sich mit großen Mengen einen privaten Vorrat für längere Zeit anlegen wollen, sagte der Vorsitzende Richter. Für seinen Stoff habe er laut eigener Aussage rund 1200 Euro monatlich bei Drogenhändlern ausgegeben und habe Geld sparen wollen.

Rund 3,2 Kilogramm Marihuana

Auf rund 3,2 Kilogramm bezifferte die Strafkammer die abgeerntete und noch zu erntende Marihuana-Menge an der Graelstraße sowie Stoff in abgeerntetem Restmaterial in dessen Haus. Aus den Grünresten wollte der Münsteraner Cannabissaft pressen und „damit Kekse backen“, hatte er ausgesagt.

Zweite Anlage nicht berücksichtigt

Für das Urteil berücksichtigte das Gericht die zweite Anlage in seinem Haus nicht, weil es an den Pflanzen wahrscheinlich noch keinen Marihuana-Wirkstoff zu ernten gab, so der Richter.

Der 45-Jährige arbeitete in einem normalen Dienstleistungsjob und beschäftigte sich als Hobbygärtner erst ausschließlich mit Blumenzucht. Auf einer Hanf-Messe, so hieß es in seiner Aussage weiter, sei er auf die Idee gekommen, eigenen Stoff anzubauen.



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