Mi., 16.05.2018

Familien mit behinderten Kindern wünschen sich bessere Räumlichkeiten Dauergast im „Franziskus“

Niklas und seine Mutter Anke warten zusammen, dass die EEG-Untersuchung losgeht. Da sie oft in der Kinderklinik sind, freuen sie sich, wenn die Zimmer endlich größer und freundlicher gestaltet sind.

Niklas und seine Mutter Anke warten zusammen, dass die EEG-Untersuchung losgeht. Da sie oft in der Kinderklinik sind, freuen sie sich, wenn die Zimmer endlich größer und freundlicher gestaltet sind. Foto: pd

Münster - 

Es ist wieder soweit: Der sechsjährige Niklas und seine Mutter machen sich aus dem fast 50 Kilometer entfernten Metelen auf den Weg nach Münster ins St. Franziskus-Hospital. Hier wird der Junge seit über fünf Jahren behandelt. Dieses Mal steht nur eine Routineuntersuchung an.

Der Start ins Leben war für Niklas nicht einfach: Er war gerade erst vier Wochen alt, als sein angeborener Herzfehler operiert wurde. Danach entwickelte sich der kleine Kämpfer altersgerecht. Mit einem halben Jahr erwischte ihn dann eine scheinbar harmlose Erkältung. Doch hinter dem starken Husten steckte eine beatmungspflichtige Lungenentzündung.

Als das entdeckt wurde, war die Sauerstoffversorgung schon nicht mehr ausreichend. Der kleine Junge lag insgesamt 17 Tage im Koma. „Als er wieder wach wurde, wussten wir, dass etwas nicht stimmt“, erzählte seine Mutter. Die Diagnose: Eine mehrfache Schwerbehinderung durch Sauerstoff-Unterversorgung.

Regelmäßige Kontrollen

Seitdem kontrolliert Dr. Ute Hoffmann, Bereichsleiterin der Neuropädiatrie, regelmäßig seine Hirnfunktion in einem EEG, berichtet das Franziskus-Hospital. „Kinder mit einer Mehrfachbehinderung bekommen oftmals eine Epilepsie. Durch das EEG überprüfen wir, ob sich Anzeichen dafür bei Niklas entwickeln“, erklärt die Fachärztin.

Bisher ist dies bei ihm aber nicht der Fall. Neben solchen Routineuntersuchungen musste der tapfere Junge schon über 20 Operationen durchstehen. Auch hierfür kommt er mit seinen Eltern meist in die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im St. Franziskus-Hospital. Dort betreut ihn ein qualifiziertes Team von Kinderchirurgen, Kinderärzten, Kinderanästhesisten, Intensivmedizinern und Kinderkrankenpflegerinnen.

„Wir fühlen uns sehr wohl im St. Franziskus-Hospital. Niklas braucht eine ganz spezielle Betreuung, die er hier jedes Mal erhält. Alle sind sehr fürsorglich, kompetent und wissen, worauf sie achten müssen“, so die Mutter.

Verbesserungsbedarf der räumlichen Situation

Einzig die räumliche Situation in der Kinderklinik hätte dringend Verbesserungsbedarf. Modernere und größere Zimmer wünscht sie sich für ihren Sohn und die anderen kleinen Patienten. Insbesondere für mehrfachbehinderte Kinder sei es schön, wenn es in den Zimmern eine besondere Deckenbeleuchtung gäbe.

„Niklas lässt sich durch sanfte Lichter, die sich bewegen, meist schnell beruhigen“, berichtet seine Mama.

Doch für so etwas sieht das Gesetz keine Mittel vor. Durch Spenden sollen diese über den Standard hinausgehenden Angebote wie spezielle Lichtprojektoren, bunte Mobiles zur Sinnesanregung und behindertengerechte Spielangebote ermöglicht werden.

Kampagne Mehr Raum für Nähe

Viel Platz, Nähe zu den Eltern und eine ansprechende Umgebung sollen kranken Kindern und Jugendlichen im St.-Franziskus-Hospital künftig das Gesundwerden erleichtern. Das ist das Ziel der Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“, die unsere Zeitung als Medienpartner begleitet.3,3 Millionen Euro – etwa ein Viertel der Gesamtkosten für die Baumaßnahme – sollen in den nächsten Jahren von privaten Spendern eingehen, um damit die Gesundheit der Kinder in Münster und im Münsterland zu unterstützen.Das Spendenkonto: St.-Franziskus-Hospital, DE02 4006 0265 0007 373610  | www.mehr-raum- fuer-nähe.de



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