Do., 17.05.2018

Kredite schlagen voll durch Münsters Schuldenstand steigt drastisch

Kredite schlagen voll durch: Münsters Schuldenstand steigt drastisch

Foto: Colourbox (Symbolbild)

Münster - 

Als Folge der vielen Investitionen wird der Schuldenstand der Stadt Münster in den kommenden Jahren drastisch steigen.

Von Klaus Baumeister

Ein Satz des Stadtkämmerers Alfons Reinkemeier in der Debatte des Haupt- und Finanzausschusses ließ besonders aufhorchen: 95 Prozent der von der Stadt Münster in Anspruch genommenen Kredite seien bereits mit einem guten Zinssatz versehen.

Positiver und negativer Aspekt

Das Gute an dieser Nachricht: Die Stadt gibt nicht unnötig viel Geld für Zinszahlungen aus. Das schlechte an der Nachricht: Selbst der historisch niedrige Zinssatz bewahrt Münster nicht vor einem wachsenden Schuldenberg. Eine – volkswirtschaftliche betrachtet – durchaus sinnvolle Erhöhung des Zinssatzes hätte für die städtischen Finanzen vielmehr desaströse Folgen.

In der Aussprache über den „Schulden- und Liquiditätsbericht“ wurde unmissverständlich deutlich, dass die gewaltigen Investitionen, vor denen die Stadt steht, deutliche Spuren in der Kämmerei hinterlassen werden.

Der durch Investitionskredite bedingte Schuldenstand steigt bis 2021 um satte 205 Millionen Euro und liegt dann knapp unter der Milliardengrenze. Die Tilgungszahlungen schnellen im gleichen Zeitraum um 74 Prozent von 34,5 Millionen auf geplante 60 Millionen Euro hoch.

"Ende der Fahnenstange" noch nicht erreicht

Interessanterweise steigt das Volumen der Zinszahlungen parallel dazu wegen der günstigen Zinssätze „nur“ von 22,6 auf geplante 23,7 Millionen Euro.

Die FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sei, da die städtischen Unterlagen eine Reihe von fest eingeplanten Erweiterungsbauten an Schulen noch nicht berücksichtigen würde. Reinkemeier bestätigte dies.

Angesichts der gewaltigen Herausforderungen (Stichwort Kasernenankauf, Kita-Ausbau und Verkehrswende) gab es kaum Kritik der Ratsmitglieder an den ernüchternden Zahlen. „Das sind die Folgen der wachsenden Stadt“, so SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung.

Pro-Kopf-Verschuldung von fast 3200 Euro erwartet

Nach dem aktuellen Stand der Planungen werden die Investitionen der Stadt 2021 zu einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3169 Euro führen.



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