Do., 17.05.2018

Zeitarbeitgeberverband wird 20 Branche fühlt sich missverstanden

Beim Auftakt des Bundeskongresses des Zeitarbeitgeberverbands iGZ (v.l.): Prof. Dr. Michael Hüther (Direktor, Institut der deutschen Wirtschaft Köln), iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann, Moderatorin Anke Plättner, Andrea Resigkeit (Leiterin iGZ-Hauptstadtbüro), Sven Kramer (stellvertretender Bundesvorsitzender) und Werner Stolz (iGZ-Hauptgeschäftsführer).

Beim Auftakt des Bundeskongresses des Zeitarbeitgeberverbands iGZ (v.l.): Prof. Dr. Michael Hüther (Direktor, Institut der deutschen Wirtschaft Köln), iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann, Moderatorin Anke Plättner, Andrea Resigkeit (Leiterin iGZ-Hauptstadtbüro), Sven Kramer (stellvertretender Bundesvorsitzender) und Werner Stolz (iGZ-Hauptgeschäftsführer). Foto: hö

Münster - 

Zum 20-jährigen Bestehen richtet der Zeitarbeitgeberverband iGZ in der Halle Münsterland seinen Bundeskongress aus. Mit prominenten Politikern und Wirtschaftswissenschaftlern werden auch Mindestanforderungen für soziale Gerechtigkeit diskutiert.

Von Karin Höller

„Zeitarbeit ist eine gute Wahl“ – auf riesigen Plakaten hat der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen beim Bundeskongress zu seinem 20-jährigen Bestehen den neuen Slogan vor der Halle Münsterland in Szene gesetzt. Davor haben einige Demonstranten ein Banner gezogen: „Leiharbeit verbieten“. „Ausbeute“ steht auf einem Pappschild. In der Tat ist das Image der Zeitarbeitsfirmen noch nicht ganz so, wie es sich der Verband mit seinen rund 3500 Mitgliedsunternehmen wünschen würde. Man leide zu unrecht darunter, „dass unsere Branche nicht verstanden wird“, so iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann in seiner Eröffnungsrede.

Der Bundeskongress soll in Münster, wo der Verband vor 20 Jahren gegründet wurde, für Aufbruchstimmung sorgen, die Weichen für das nächste Jahrzehnt stellen. Stolz könne man auf das bereits Erreichte sein. In einer globaler werdenden Wirtschaftswelt mit zunehmend unberechenbaren Märkten seien Zeitarbeitsunternehmen „ein Stützpfeiler, der Betriebe befähigt, zukunftssicher zu sein“. Zeitarbeit sei „eine gute Wahl für Menschen, die in bestimmten Bedürfnissituationen auf uns zurückgreifen“. Keinesfalls dürfe der Eindruck entstehen, dass Zeitarbeitsbeschäftigungen für manche Menschen alternativlos seien. Gewünscht seien gerade jene Mitarbeiter, „die sich bewusst für uns entscheiden, nicht aus Not, sondern, weil sie es wollen“.

Um Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung in der Branche ging es in Vorträgen und Diskussion mit prominenten Gästen, darunter Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Bundestagspräsident a.D. Prof. Dr. Norbert Lammert sowie dem Bundestagsabgeordneten und Präsidenten der Europäischen Linken, Dr. Gregor Gysi. Dabei ging es unter anderem auch um Werkverträge und Mindestanforderungen für soziale Gerechtigkeit.

Das Zukunftsthema Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Branche beleuchtete Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Michael Hüther. Eines sei klar: Die digitale Transformation bringe grundlegende wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen, nur die Investitions-Schrittfolge sei in vielen Unternehmen unklar. Obwohl Deutschland im europäischen Vergleich und im Vergleich mit den USA in Sachen Automatisierung und Robotereinsatz eine Spitzenposition habe, seien auch hierzulande über 80 Prozent der Unternehmen von einer erfolgreichen Digitalisierung noch entfernt. Die Furcht vor Arbeitsplatzverlusten sei vielfach unbegründet, so Baumann. „Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad schaffen zusätzliche Arbeitsplätze.“ Die Digitalisierung ist auch in der Zeitarbeitsbranche ein wichtiges Thema. So stellten im Foyer der Halle Münsterland unter anderem Anbieter von Bewerbermanagement-Software ihre Produkte vor.  



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