Do., 17.05.2018

iGZ-Bundeskongress in Münster Zeitarbeit hat ein Imageproblem

Vertreten gegensätzliche Positionen zum Thema Zeitarbeit: der Linken-Politiker Gregor Gysi im Streit­gespräch mit iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz beim Bundeskongress in Münster.

Vertreten gegensätzliche Positionen zum Thema Zeitarbeit: der Linken-Politiker Gregor Gysi im Streit­gespräch mit iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz beim Bundeskongress in Münster. Foto: Wilfried Gerharz

Münster - 

Mehr als 40 Jahre nach Inkrafttreten des ersten Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes hadert die Zeit­arbeitsbranche wieder mit ihrem Image. Bei einem Bundeskongress in Münster erinnerte der Linken-Politiker Gregor Gysi Branche an ihre ursprüngliche Zielsetzung.

Von Andreas Fier

Laut einer Umfrage bringen 28 Prozent der Deutschen die Leiharbeit in erster Linie mit negativen Aspekten wie Niedriglöhnen und Ausbeutung von Arbeitnehmern in Verbindung. Unter den Menschen, die persönlich Erfahrung mit Zeitarbeit gemacht haben, schließen sich sogar knapp 50 Prozent dieser Aussage an. Das zeigt eine repräsentative Allensbach-Erhebung, die am Donnerstag an­lässlich des Bundeskongresses des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) in Münster vorgestellt worden ist. Die iGZ ist nach eigenen An­gaben der mitgliederstärkste Arbeitgeberverband der Branche und blickt in diesem Jahr auf sein 20-jähriges ­Bestehen zurück.

Der Linken-Politiker Gregor Gysi erinnerte die Zeit­arbeitsbranche an ihre ursprüngliche Zielsetzung – das Abfedern von Auftragsspitzen oder Krankheits­fällen durch den Einsatz von Leiharbeitern. Zu oft sei diese Aufgabe inzwischen dem Ziel gewichen, langfristig die Personalkosten zu senken, klagte Gysi. Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des iGZ, verwies hingegen auf die gültigen Tarifverträge und Branchenzuschläge sowie den zuletzt im April gestiegenen branchenweiten Mindestlohn von 9,49 €. Auch den Vorwurf des Lohndumpings wollte Stolz nicht gelten lassen. 60 Prozent der Leiharbeiter würden in der Zeitarbeit mehr verdienen als in ihren vorherigen Anstellungen.

Der iGZ-Bundesvorsitzende Christian Baumann wünschte sich mit Blick auf die vorgelegten Umfragewerte, dass vom münsterischen Kongress eine „Aufbruchsstimmung“ ausgehen möge.



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