Fr., 18.05.2018

Amokfahrt von Münster Weißer Ring zieht Zwischenbilanz: 25.000 Euro an Soforthilfen für Opfer

Amokfahrt von Münster: Weißer Ring zieht Zwischenbilanz: 25.000 Euro an Soforthilfen für Opfer

Trauerkerzen und Blumen liegen vor dem Unglücksort in Münster. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Rund 25.000 Euro an Soforthilfen hat die Opferschutzorganisation Weißer Ring bislang an über 50 Opfer, Angehörige und traumatisierte Augenzeugen der Amokfahrt gezahlt, bei der im April vier Menschen starben und zahlreiche Personen verletzt wurden.

Nach der Amokfahrt im April hat der Weiße Ring bisher über 50 Opfer, Angehörige und traumatisierte Augenzeugen betreut. Dies wird aus einer ersten Bilanz deutlich, die Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer gezogen hat.

Unter den Betreuten sind Schwerverletzte, die noch im Krankenhaus liegen, Angehörige, die den Verlust des Ehemanns oder des Vaters verkraften müssen, und Augenzeugen, die mit massiven psychischen Belastungen kämpfen“, sagt Jörg Bora, Vorsitzender des Weißen Rings in Nordrhein-Westfalen/Westfalen-Lippe und Mitglied des Bundesvorstandes. „Der Weiße Ring steht ihnen behutsam und mit aller gebotenen Sensibilität mit Rat und Tat zur Seite.“

Fotostrecke: Chronologie der Amokfahrt in Bildern

Viele Betroffene kommen aus Deutschland, einige aus den Niederlanden, aus England und Südafrika. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls hatten die Mitarbeiter der Außenstelle des Weißen Rings in Münster und im Landesbüro in Hamm eine Telefonbereitschaft eingerichtet. Opferfälle wurden anschließend in enger Abstimmung mit dem Opferschutz-Kommissariat der Polizei in Münster selbst bearbeitet und auch an andere Außenstellen des Weißen Rings weitervermittelt, beispielsweise nach Dortmund, Hagen und Bielefeld.

Der Weiße Ring unterstützt auch bei Therapiebedarf

Bisher konnte der Weiße Ring Betroffenen schon rund 25.000 Euro an Soforthilfen auszahlen, um beispielsweise Angehörige bei anfallenden Reisekosten wie Anreise, Übernachtung und Krankenhausparken umfangreich zu unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch finanzielle Notlagen durch entstandene Lohnausfälle von Betroffenen konnten abgemildert werden. „Wir haben die Möglichkeit, schon unmittelbar nach einer Straftat sehr konkrete Hilfe leisten zu können“, sagt Bora. „Viele sind uns dafür, aber natürlich auch für den geleisteten menschlichen Beistand, sehr dankbar.“

Es sei wichtig, dass Betroffene in den ersten Tagen und Wochen nach der Tat Hilfe von in der Traumatherapie erfahrenen Psychologen bekommen. Der Weiße Ring unterstütze auch hier langfristig bei einem Therapiebedarf.

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