LEG-Mieter fühlen sich hilflos
Immer mehr Ratten im Südviertel

Münster -

Der Gang zu den Müllcontainern ist für viele Mieter der LEG-Häuser an der Friedrich-Ebert-Straße 142 bis 150 mittlerweile ein ziemlicher Graus. Wenn sie die Klappe der Tonnen öffnen, um ihren Müll dort einzuwerfen, springen ihnen häufig Ratten entgegen.

Freitag, 18.05.2018, 19:22 Uhr

„Ältere Leute in der Nachbarschaft trauen sich dort nicht mehr hin“, sagt Udo Kallmeier, der seit elf Jahren in einem der Häuser wohnt. Seit etwa sechs Monaten, auch schon während des Winters, vermehren sich um die Häuser herum die ungeliebten Nager. Alle Versuche, der Plage Herr zu werden, „blieben erfolglos“, sagt Kallmeier. Die Mieter schalteten zunächst die LEG als Hauseigentümerin ein, ebenso die Stadt. Doch obwohl Köder mit Rattengift ausgelegt wurden, geschah nichts. Kallmeier ist ratlos: „Es werden immer mehr. Manche Ratten sitzen ungerührt auf dem Rasen vor den Häusern, lassen sich gar nicht mehr verscheuchen.“ Neuerliche Anrufe bei Vermieter und Stadt führten nicht zu weiteren Maßnahmen.

Jeden Tag eine Ratten-Meldung

Anruf beim Tiefbauamt der Stadt, das dafür zuständig ist, in den Kanälen Köder mit Gift auszulegen: „Wir bekommen etwa jeden Tag eine Meldung von Ratten in Wohngebieten in Münster“, quantifiziert Mitarbeiter Jörg Gretenkord das Rattenproblem in Münster. Mit dem warmen Wetter steige auch regelmäßig die Zahl der Meldungen. „Die Leute sind mehr draußen und sehen die Ratten darum auch häufiger.“

Wenn das Nahrungsangebot zu groß ist

Unhygienisch und Überträger von Krankheiten seien die Tiere erwiesenermaßen nicht – weshalb auch das Gesundheitsamt bei Rattenmeldungen nicht eingeschaltet werde. Wenn jemand Ratten in seiner Umgebung melde, legten Mitarbeiter der Behörde in den dort nahen Kanalschächten Köder aus. Das Gift wirke erst lange nachdem die Ratten davon gefressen haben – einen Zusammenhang könnten die bekanntlich schlauen Tiere nach Gretenkords Einschätzung nicht herstellen.

Auch Ratten mögen lieber Hamburgerreste als Köder.

Jörg Gretenkord, Tiefbauamt der Stadt Münster

Und wenn, wie an der Friedrich-Ebert-Straße, die Ratten die Köder kaum oder gar nicht anknabbern? „Wenn die Tiere anderswo genug zu fressen finden, lassen sie die Köder liegen“, erklärt Gretenkord: „Auch Ratten mögen lieber Hamburgerreste als Köder.“ Die Tipps der Stadtverwaltung: Müllbeutel fest zubinden, Speisereste gut verpackt in den Müll geben – und keinesfalls in der Toilette wegspülen. Das nämlich lockt die Ratten in die Kanalisation in die Nähe der Wohnungen.

Keine Brennpunkte in Münster

Gibt es Rattenbrennpunkte in Münster? Eigentlich nicht, sagt Gretenkord, und betont, dass zunächst der Hauseigentümer zuständig sei, Maßnahmen zu ergreifen. Das will die LEG nun auch tun, wie ein Sprecher in Düsseldorf auf Anfrage verspricht. Aber auch das Tiefbauamt sagt zu, den Ratten an der Friedrich-Ebert-Straße noch einmal verstärkt auf den Pelz rücken.

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