Kleine Mäxe bis "Storno": 30 Jahre Satire mit Funke und Rüther
„So was hätte man mal planen sollen“

Münster -

Restlos ausverkauft! Wenn Harald Funke und Jochen Rüther, bekannt auch als zwei Drittel des Erfolgskabaretts "Storno", satirische Perlenhochzeit feiern, ist kein Platz mehr frei. Und auf die Hochzeitsreise nehmen sie auch niemanden mit - nicht einmal den jeweils anderen...

Mittwoch, 30.05.2018, 11:25 Uhr aktualisiert: 30.05.2018, 11:51 Uhr
Kleine Mäxe bis "Storno": 30 Jahre Satire mit Funke und Rüther: „So was hätte man mal planen sollen“
Es sieht nicht danach aus, aber Harald Funke (l.) und Jochen Rüther pflegen eine sehr harmonische Zusammenarbeit - seit 30 Jahren schon. Foto: Funke & Rüther

Vielleicht wäre alles anders gekommen, hätte er damals die Jury an der Schauspielschule mit seinem gespielten Selbstmord zum Weinen gebracht. „Aber die haben herzhaft gelacht.“ So landete Harald Funke beim Kabarett, „wie das manchmal Leben so tragisch spielt“, und verlor sein Herz daran. Aus zwei Auftritten, die der Soziologie-Student als Aushilfe bei der münsterischen Kult-Formation „Kleine Mäxe“ um Jochen Rüther absolvieren sollte, wurde eine kabarettistische Liaison mit Folgen: eine Liebesbeziehung, die im Sommer mit der satirischen Perlenhochzeit gekrönt wird. Funke und Rüther feiern 30 gemeinsame Bühnenjahre.

Storno

Als Mäxe, als Duo Funke & Rüther und als zwei Drittel von „Storno“, dem mit über 45 000 Zuschauern mit Abstand größten Kleinkunstprojekt des Münsterlandes, haben die Beiden tiefe Spuren in der regionalen Kulturlandschaft hinterlassen. „30 Jahre? Da haben wir uns auch erschrocken“, sagt Funke mit schelmisch blitzenden Augen. Denn in Wahrheit lief bislang vieles gut in der Funke-Rüther-Karriere, manches sogar ausgesprochen prächtig. „So was hätte man mal planen sollen“, lacht Rüther. Funke grinst zustimmend: „Im Nachhinein macht das alles Sinn.“

Chemie stimmte

Die Zwei haben sich nie gesucht und doch gefunden: Als Funke 1988 erstmals bei einer SPD-Veranstaltung im Sauerland mit den Kleinen Mäxen auftrat, stimmte auf Anhieb die Chemie zwischen den Akteuren. „Uns war schnell klar, dass Harald nicht nur das Programm runterspielen wollte, sondern auch an den Inhalten interessiert war und  Talent als Autor hatte“, blickt Jochen Rüther zurück. Funke selbst fing sofort Feuer, weil „Kabarett so direkt, so unmittelbar funktioniert. Entweder wird gelacht - oder nicht. Leute zum Lachen zu bringen, ist ein geradezu erotisches Erlebnis.“

Abschiede und Neuanfänge

Was folgte, war eine theaterreife Geschichte mit Abschieden, Neuanfängen und manch‘ glücklicher Fügung. Storno zum Beispiel „sollte ein kleines Nebenprojekt werden“, erinnert sich Rüther - ein kabarettistischer Jahresrückblick für zwischendurch. Zur Premiere kamen 80 Leute. Inzwischen sind’s gerne mal 800 pro Abend. Und mehr als 70 Auftritte zwischen Ende November und Ende April. „Wir haben einen super Weg gefunden, die Stärken jedes Einzelnen zu einem Ganzen zusammenzufügen“, betont Rüther. „Daraus entsteht ein sehr gedeihliches Projekt.“

Mit Humor die Seele streicheln

Kabarett der Marke Funke und Rüther seziert politische und gesellschaftliche Zustände, ohne sich zu ereifern. Es will Mut machen, mit Humor die Seele streicheln und vor allem „gut und intelligent unterhalten“. Das gilt fürs klassische Bühnenprogramm, aber auch für die vermutlich einzigartige kabarettistische Begleitung von Fachtagungen und medizinischen Kongressen, wo das Duo schwierige Themen mit Humor enttabuisiert - und herzlich gerne über sich selber lacht. Wenn alles gelingt wie geplant, „ist das erfüllend“, sagt Funke. Dabei leuchten seine Augen - auch nach 30 Jahren noch.

Funke & Rüther

Als Sozialarbeiter mit 50-Prozent-Stelle betreute Jochen Rüther Wohngruppen, in der übrigen Zeit machte er politisches Kabarett mit dem auch bundesweit erfolgreichen Ensemble „Kleine Mäxe“ aus Münster. Harald Funke stieß 1988 dazu und blieb bis zum Ende der „Mäxe“ im Jahr 2001 dabei. Auch danach trennten sich die Wege nicht: Als Funke mit einem Soloprogramm auf Tour ging, übernahm Rüther das Management, anschließend entwickelten Beide ein Konzept für ein gemeinsames Programm als „Funke & Rüther“. Bis heute stehen sie damit auf der Bühne, begleiten zudem Fachtagungen und Kongresse. Seit 2005 kümmern sich Funke und Rüther gemeinsam mit Thomas Philipzen als „Storno“ um eine kabarettistische Jahresabrechnung, die in der Region ihresgleichen sucht.

...

Zur Perlenhochzeit feiern die Zwei sich selbst, begleitet von Familien, Freunden und Fans. Vier „Best of“-Auftritte sind im Juli und August geplant, allerdings allesamt schon ausverkauft. „Eine Hochzeitsreise machen wir auch“, verrät Jochen Rüther schmunzelnd. „Allerdings jeder für sich…“

Hinter den Kulissen von „Storno“

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Wir haben bei den Vorbereitungen für einen Auftritt in Münster einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
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    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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    Foto: Wilfried Gerharz
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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

    Foto: Wilfried Gerharz
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