Mo., 04.06.2018

Erster Schadens-Vergleich Sparda-Bank-Skandal: Betrug in Millionenhöhe?

Enrico Kahl

Über zwei Millionen Euro Schaden sollen der Sparda-Bank durch den ehemaligen Vorstandschef Enrico Kahl entstanden sein. Foto: Matthias Ahlke (Montage)

Münster - 

Neues Kapitel im Spesenbetrugs-Fall des vor zweieinhalb Jahren fristlos entlassenen damaligen Vorstandschefs der Sparda-Bank Münster, Enrico Kahl: Der Schaden, der der Bank als Folge des ihm vorgeworfenen Betrugs entstanden sein soll, beläuft sich nach Informationen unserer Zeitung wahrscheinlich auf über zwei Millionen Euro.

Von Norbert Tiemann

Bislang waren stets Summen im höheren sechsstelligen Bereich an die Öffentlichkeit gelangt. Kahl wird vorgeworfen, einen aufwendigen Lebensstil mit privaten Feiern und Luxus-Reisen auf Kosten der Sparda-Bank finanziert zu haben.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte die Bank am Sonntag, dass sie mit dem Ziel einer außergerichtlichen Schadensregulierung mit den Versicherungen ein Vergleichsangebot ausgehandelt habe; ohne weitere Details zu nennen, soll sich dieser Vergleich auf die Zahlung einer Gesamtsumme von 1,86 Millionen Euro belaufen. Der der Sparda-Bank tatsächlich entstandene Schaden dürfte deutlich über dieser Vergleichssumme liegen.

Banken schließen für ihr Management eine Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung ab, die auch bei vorsätzlichem Fehlverhalten den entstandenen Schaden begleicht.

Strafrechtliche Ermittlungen

Dem Vernehmen nach ist die Sparda-Bank mit diesem Vergleichsergebnis durchaus zufrieden, denn ein Teil der festgestellten Schäden werde damit kompensiert. Zugleich heißt es aber auch, dass die Bank über dieses „Einigungspaket“ hinaus bei Bedarf weitere Ansprüche gegenüber dem entlassenen Vorstandsvorsitzenden und auch Dritten geltend machen könnte. Ziel sei es, die zivilrechtlichen Ansprüche der Bank zu wahren und entstandene Schäden auszugleichen.

Unabhängig von diesen Vergleichsbemühungen laufen die strafrechtlichen Ermittlungen der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bielefeld gegen den Ex-Banker weiter. Noch immer ist nicht klar, wann Anklage erhoben wird.



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