Lohn für 79-Stunden Tennis am Stück
Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde nach Mammut-Match

Münster -

Drei Tage wach: So lang wie der Münsteraner Dennis Heitmann hat noch kein Mensch der Welt Tennis gespielt. Jetzt steht der Rekord des 36-Jährigen im Guinness-Buch.

Dienstag, 05.06.2018, 20:00 Uhr
Dennis Heitmann hat mit einem Freund mehr als 79 Stunden Tennis gespielt. Jetzt kommt er ins Guinness-Buch.
Dennis Heitmann hat mit einem Freund mehr als 79 Stunden Tennis gespielt. Jetzt kommt er ins Guinness-Buch. Foto: Oliver Werner

Als in dieser Woche sein Name auf der Internetseite der Guinness-Weltrekorde erscheint, wird bei Dennis Heitmann die Erinnerung ans vergangene Jahr lebendig: Drei Nächte ohne Schlaf verbringt der Münsteraner mit seinem Partner auf dem Tennisplatz, exakt 79 Stunden und neun Minuten jagt er die Filzkugel übers Netz – und kämpft beim schließlich erfolgreichen Weltrekord-Versuch im Dauer-Tennis bis zur totalen Erschöpfung. „Das sind Eindrücke, die vergesse ich nie.“

Zehn Monate später stellt sich der verdiente Lohn für die außergewöhnlichen sportlichen Mühen ein. „Und im Guinness-Buch der Rekorde, das im Herbst gedruckt wird, stehen wir dann auch“, sagt Dr. Heitmann, im Hauptberuf Professor für Forschungsmethodik an einer Fachhochschule in Hamburg.

Rekord um mehr als 15 Stunden übertroffen

Noch nie hat jemand unter offizieller Aufsicht so lange Tennis gespielt wie der Sportwart vom TC St. Mauritz und sein Freund Christian Masurenko, die sich aus ihrer früheren Heimat Herford kennen. Bei 64 Stunden steht der Weltrekord bis zu jenem denkwürdigen Match auf der Tennisanlage Marhorst im niedersächsischen Twistringen Ende Juli 2017.

Münsteraner stellt Weltrekord im Dauer-Tennis auf

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  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: privat
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: privat
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: privat
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: privat
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann

Als die beiden Enthusiasten vollkommen geschwächt die Segel streichen, haben sie den bestehende Bestzeit um schier unglaubliche 15 Stunden und neun Minuten übertroffen. Nach diesem Kraftakt ist sich Heitmann jedenfalls sicher: „Wir haben eine Marke gesetzt, die hält.“

Einjährige Vorbereitung

Fast genauso aufwendig wie die einjährige Vorbereitung auf das Marathon-Spiel stellt sich nach dem Match die akribische Dokumentation des sportlichen Erfolgs dar. Schließlich sind die Anforderungen, die das Guinness-Buch der Rekorde für einen Eintrag stellt, nachweislich hoch. Peinlich genau müssen die Spielstände nach London übermittelt werden.

„Zwei Monate haben wir allein für die Aufbereitung der Daten gebraucht“, erzählt der 36-Jährige. Drei Kameras zeichnen das Rekordmatch auf, im Hintergrund ticken große Uhren. Allein 25 ehrenamtliche Schiedsrichter seien im Einsatz gewesen, blickt der Münsteraner zurück. Teilweise verfolgen bis zu 2000 Zuschauer das ambitionierte Unterfangen, während Physiotherapeuten in den kurzen Spielpausen, die Muskulatur der Sportler bearbeiten.

Kein dritter Versuch

Die beiden sind im Nonstop-Tennis durchaus erfahren: Einige Jahre vor dem Weltrekord haben sie gemeinsam bereits 55 Stunden am Stück gespielt. Kommt noch ein dritter Versuch? „Nein, nein“, wiegelt Heitmann ab. „Die natürliche Grenze ist erreicht. Ich konnte meine Umwelt nicht mehr wahrnehmen.

Freuen können sich über die Weltbestzeit auch die Menschen in Marhorst, wo Tennis-Partner Masurenko wohnt: 23 000 Euro an Spenden sind im Verlauf des denkwürdigen Spiels für das neue Dorfgemeinschaftshaus zusammengekommen, wie der Münsteraner berichtet. Spiel, Satz, Sieg auf ganzer Linie!

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