Aktion im Planetarium
Raketenstart live unter der Kuppel

Münster -

Rund 250 Zuschauer im ausverkauften Kuppelsaal des Planetariums Münster haben am Mittwochmittag live den Start des Astronauten Alexander Gerst ins Weltall mitverfolgt.

Mittwoch, 06.06.2018, 16:25 Uhr aktualisiert: 06.06.2018, 16:58 Uhr
Die Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur hebt ab. Die Zuschauer im Planetarium des Naturkundemuseums waren am Mittwochmittag live dabei, als der deutsche Astronaut Alexander Gerst zu seiner zweiten Mission ins All startete.
Die Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur hebt ab. Die Zuschauer im Planetarium des Naturkundemuseums waren am Mittwochmittag live dabei, als der deutsche Astronaut Alexander Gerst zu seiner zweiten Mission ins All startete. Foto: hpe

Die Sekunden werden runtergezählt, 250 Menschen schauen am Mittwochmittag gebannt in die Kuppel des Planetariums im Naturkundemuseum. Und sehen in Live-Bildern, wie Astronaut Alexander Gerst einen Bilderbuchstart ins All hinlegt. Als die Booster zünden und sich die Sojus-Rakete von der Startrampe löst, gibt es Beifall.

Ein Traumstart in Kasachstan und für uns ein gelungenes Experiment.

Dr. Björn Voss

Volles Haus trotz Hitze

„Ein Traumstart in Kasachstan und für uns ein gelungenes Experiment“, freut sich Planetariums-Chef Dr. Björn Voss. Seit Monaten koordiniert Voss mit der Raumfahrtagentur ESA die zeitgleiche Übertragung des Starts in elf deutsche Planetarien, noch Minuten vor dem Ende des Countdowns laufen die Drähte mit der Zentrale im Planetarium Berlin heiß. Immer wieder gibt es kleine Aussetzer mit der Datenverbindung, aber in den entscheidenden Momenten ist das Bild da.

„Ein volles Haus zu dieser Uhrzeit bei solch einem Wetter. Mehr geht nicht“, so Voss. Natürlich sei das Team aufgeregt gewesen, weil es diese Liveshow in allen Planetarien noch nie gab.

Infos rund um die Mission

Die Zuschauer erfuhren schon vor dem Abheben viel über die Mission „Horizons“. Die 56. Langzeitbesatzung muss täglich Sport treiben, das Surfen im Internet ist in der Station ziemlich langsam, Samstag ist Putztag und Sonntag bleibt Zeit, mit der Familie zu telefonieren. Das Raumschiff ist nicht größer als ein Altglascontainer, die Kapsel wird mit Ausnahme von Notsituationen im All automatisch gesteuert. Bis zur Rückkehr auf die Erde stehen 100 Experimente an. Unter dem Mikroskop wird das Verhalten von Zellen untersucht, blutähnliche Flüssigkeiten werden hergestellt und sollen helfen, Krebserkrankungen besser zu verstehen.

Live-Schalte zur Raumstation geplant

Hannes (6) ist mit seiner Mutter gekommen. Später will er „unbedingt mal Astronaut werden“. Etwas traurig ist er, weil man den Sound der Rakete nicht richtig hören konnte. Moritz (11) geht häufiger mit seinen Eltern ins Planetarium, den Blick auf die Erde aus dem All würde er irgendwann auch mal selbst gern erleben. „Aber maximal einen Monat“, schränkt er ein. Für Andreas Bügler von den Sternfreunden Münster ist so ein Live-Event wichtig, um junge Menschen für die Weltraumforschung begeistern zu können. Ab dem 12. Juli wird das Planetarium in der Show „Orbit - mit Alexander Gerst zu neuen Horizonten“ regelmäßig über die Mission berichten.

Voss plant für den Herbst seinen nächsten Coup. Dann will er im Planetarium eine Live-Schalte zur Raumstation aufbauen. Das Publikum kann Fragen an Gerst stellen, „Ich hoffe, das wir das hinkriegen“, so Voss.

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