So., 10.06.2018

Münster Classics mit 150 Teilnehmern Ein Kreis schließt sich

Renate Matthee freute sich, bei der „Münster Classics“ neben Reinhard Windt Platz nehmen zu dürfen. Trotz Jülicher Kennzeichen fährt er einen Wagen mit besonderem Münster-Bezug.

Renate Matthee freute sich, bei der „Münster Classics“ neben Reinhard Windt Platz nehmen zu dürfen. Trotz Jülicher Kennzeichen fährt er einen Wagen mit besonderem Münster-Bezug. Foto: Meyer

Münster - 

150 ganz Autos und eine ganz spezielle Geschichte gab es in diesem Jahr bei der Münster Classic zu bestaunen.

Von Björn Meyer

Der 35. Wagen, den Moderator Georg Meyering am Sonntag bei der Oldtimerveranstaltung „Münster Classics“ ankündigt, hat ein Jülicher Kennzeichen. Äußerlich ist der Mercedes W 111 aus Daimlers Heckflossen-Serie sicher nicht der auffälligste Wagen an diesem Tag. Und doch verbirgt sich eine besondere Geschichte hinter dem schwarz lackierten Benz.

Als unsere Zeitung vor einigen Wochen von dem Wagen berichtet, der einst der Dienstwagen des Oberbürgermeisters Busso Peus war, weiß „Münster Classics“-Organisator Karl-Heinz Pawelzik, was zu tun ist. Er kontaktiert Besitzer Reinhard Windt und lädt ihn nach Münster ein. Schon zuvor hat sich auch Renate Matthee bei dem Jülicher gemeldet. Ihr Vater war seinerzeit Chauffeur des OB. Sie erkennt den Wagen sofort, als sie ihn in der Zeitung sieht.

Fotostrecke: Ausfahrt in alten Schätzchen

Einige Wochen später sitzt Renate Matthee bei Reinhard Windt auf dem Beifahrersitz, und die beiden bereiten sich auf eine gemeinsame Ausfahrt bis nach Ahlen und wieder zurück vor. Sie habe schon am Fenster gestanden und auf ihn gewartet, erzählt Windt mit einem Schmunzeln. „Es ist ein bewegender Augenblick für mich. Mein Vater würde staunen, könnte er den Wagen heute noch sehen“, sagt Renate Matthee.

Neben dem ungewöhnlichen Gespann und ihrem geschichtsträchtigen Automobil hatten sich noch rund 150 weitere Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen für die Ausfahrt angemeldet. Die Speicherstadt in Coerde bot ein imposantes Bild. Ein Rundgang vor dem Start ließ dabei das Herz jedes Auto-Fans höherschlagen. Neben zahlreichen Fa­brikaten war auch die Polizei mit einem alten Porsche mit von der Partie.

Für die Zuschauer hatte Georg Meyering beim Start zu jedem Auto eine Anekdote zu erzählen. Auch zu Reinhard Windt und Renate Matthee, die über ein halbes Jahrhundert, nachdem Busso Peus das letzte Mal in dem Wagen gesessen hatte, die alte Heckflosse wieder auf Münsters Straßen brachten.



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