Mi., 13.06.2018

Jubiläum im Klarastift 60 Jahre „auf Mauritz“

Im begrünten Hof des Klarastifts freuten sich über den 60. Geburtstag (v.l.): Aufsichtsratsvorsitzende Anne Hakenes, Festredner Henning Scherf, Bürgermeisterin Beate Viljhalmsson, Otto Ludorf vom Bundesverband kommunaler Senioren- und Behinderteneinrichtungen sowie der Leiter des Klarastifts, Dr. Michael Lukas.

Im begrünten Hof des Klarastifts freuten sich über den 60. Geburtstag (v.l.): Aufsichtsratsvorsitzende Anne Hakenes, Festredner Henning Scherf, Bürgermeisterin Beate Viljhalmsson, Otto Ludorf vom Bundesverband kommunaler Senioren- und Behinderteneinrichtungen sowie der Leiter des Klarastifts, Dr. Michael Lukas. Foto: Karin Völker

Münster - 

Das städtische Klarastift arbeitet seit 60 Jahren im Mauritz-Viertel. Die Einrichtung sieht sich weniger als Altenheim – sondern eher als Lebenszentrum.

Von Karin Völker

Eigentlich geht das Klarastift in Münster schon „stramm auf die 200“ zu, wie Dr. Michael Lukas sagt. „Auf Mauritz“, wie es im Klarastift an der Andreas-Hofer-Straße so schön heißt, ist die städtische Pflege- und Altenwohneinrichtung jetzt seit 60 Jahren. Ein runder Geburtstag, der am Dienstagnachmittag im großen, mit Glas überdachten Foyer mit Gästen gefeiert wurde.

Rückblick auf das Jahr 1958

Dort, wo die Gäste Platz genommen hatten, war 1958, bei der Eröffnung des Klarastifts, nach den Zerstörungen des Krieges noch ein Garten, erinnerte Michael Lukas – und entsprechend kräftig ist das Klarastift mit den Jahren gewachsen. Betreutes Wohnen in Appartements, Tagespflege und eine Station für Wachkoma-Patienten kamen hinzu. Seit einiger Zeit gibt es im Haus sogar eine Kita, es werde auch daran gedacht, Hebammen ein Dach zu bieten. Das Klarastift sieht sich heute weniger als Altenheim, sondern als ein „Lebenszentrum“ für alle Generationen, wie Lukas betonte.

Dieses Stichwort kam für den Festredner der Veranstaltung wie gerufen. Henning Scherf, langjähriger Bürgermeister von Bremen und SPD-Politiker, wird in diesem Jahr 80 Jahre alt und nutzt seine Zeit unter anderem, um für das Miteinander der Generationen zu werben – indem er von seinem Leben erzählt: Als Bewohner des Mehrgenerationenhauses im Bremer Bahnhofsviertel, in dem mittlerweile auch eine nigerianische Flüchtlingsfamilie wohnt, wo Kinder betreut und alte Freunde beim Sterben begleitet werden, als Chorsänger, Maler und vielfach ehrenamtlich Engagierter. Scherfs mit ansteckender Lebensfreude vorgetragene Botschaft: „Es geht noch was im Alter.“

Aktuelle Probleme in der Pflege

Klarastift-Leiter Michael Lukas hatte zuvor nicht verschwiegen, dass die Rahmenbedingungen unter denen Pflegeeinrichtungen heute arbeiten, „schlecht sind, ein systemisches Problem seit vielen Jahren“, vor allem wegen des Fachkräftemangels in der Pflege. Den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Klarastift tragen, dankte der Leiter.

Bürgermeisterin Beate Viljhalmsson nahm in ihrer Rede passend dazu auch die vielen ehrenamtlichen Helfer im Klarastift in den Fokus, deren „Engagement hohe Wertschätzung“ verdiene.

Otto Ludorff kennt die Thematik aus nationaler Perspektive. Er gratulierte als Vorsitzender des Bundesverbandes kommunaler Senioren- und Behinderteneinrichtungen.



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