Mi., 13.06.2018

Münsteraner bei Google Impact Challenge ausgezeichnet Non-Profit-Startup „Techlabs“ gewinnt 20.000-Euro-Förderpreis

Münsteraner bei Google Impact Challenge ausgezeichnet: Non-Profit-Startup „Techlabs“ gewinnt 20.000-Euro-Förderpreis

Jubel der Techlabs-Delegation nach dem Gewinn der 20.000 Euro bei der Google Impact Challenge in Berlin. Foto: TechLabs e.V.

Münster - 

Die Idee hat überzeugt: Das münsterische Non-Profit-Startup „Techlabs“ bietet Studierenden die Möglichkeit, sich kostenlos neben der Ausbildung auf dem Tech-Sektor fortzubilden. Ihr Projekt wurde nun ausgezeichnet und hat am vergangenen Donnerstag (7.6.) in Berlin beim Finale der Google Impact Challenge 20.000 Euro gewonnen.

Von Pjer Biederstädt

Das münsterische Non-Profit-Startup „Techlabs“ hatte am vergangenen Donnerstag (7.6.) in Berlin allen Grund zum Feiern. Beim Finale der Google Impact Challenge, einem Digitalisierungsförderpreis für gemeinnützige Organisationen, gehörte ihr Projekt zu den Gewinnern. Mit 20.000 Euro fördert der US-Konzern nun die Idee der 15 Münsteraner, Studierenden das Erlernen von Programmier-Fähigkeiten kostenlos zu ermöglichen.

David Middelbeck hatte während seines Studiums der Wirtschaftsinformatik das Gefühl, dass die Möglichkeiten, digitale Technologien neben dem Studium zu erlernen, nicht ausreichen. „IT-Talente und Coding-Skills werden in Zukunft aber in jeder Berufssparte gefragt sein“, sagt der 25-Jährige ein paar Tage nach dem Triumph von Berlin. Also entwickelte er zusammen mit Marius Vennemann die Idee zu Techlabs. Im Januar dieses Jahres gründeten sie dann gemeinsam mit einem Dutzend Freunde und Kommilitonen einen Verein.

Fotostrecke: Non-Profit-Startup Techlabs aus Münster gewinnt 20.000 Euro

Rüstzeug für die nächste Generation

Das Team aus Studierenden und Berufstätigen mit und ohne Tech-Hintergrund kommt aus den verschiedensten Disziplinen. „Von Medizin über BWL bis Politik ist alles dabei“, erzählt Marie Christine Keppler. Sie selbst studiert Kulturpoetik der Literatur und Medien und ist mit 29 Jahren das älteste Teammitglied. Sie alle verbindet der Wunsch, der nächsten Generation das nötige technologische Rüstzeug mitzugeben und ihre Vision von einer Welt ohne digitale Analphabeten umzusetzen – und zwar ehrenamtlich neben Beruf oder Studium.

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„Für das kostenlose Stipendien-Programm kann sich im Grunde jeder bewerben“, betont David Middelbeck. Fachbereich und Vorkenntnisse? Irrelevant! Im ersten Techlabs-Jahrgang, der sich an den Semesterzeiten orientiert, sind derzeit 55 Teilnehmer. Beworben hatten sich fast 100. „Schweren Herzens mussten wir einigen Interessierten absagen“, erzählt Techlabs-Mitbegründerin Anna Hülemeier. Sie selbst studiert Psychologie und kümmert sich unter anderem um die Bewerbungen.

In 50 Stunden zum Techi

Ist man angenommen, folgen Info- und Kennlernabend, schließlich soll aus den individuell Geschulten eine Tech-Community werden. Abhängig vom Kenntnisstand der Teilnehmer, wird dann ein persönlicher Stundenplan, bestehend aus Online-Kursen und Offline-Veranstaltungen wie Workshops, Vorträgen oder Coachings, gestaltet. „In 50 Stunden zum Techi“, so das Versprechen.

Was ist die Google Impact Challenge?

Google.org, der Charity-Zweig des multinationalen Technologie-Unternehmens, fördert mit der Impact Challenge Non-Profit-Initiativen, Vereine und gemeinnützige Projekte, die mit Hilfe von Technologie versuchen, in ihrem Bereich Verbesserungen für die Allgemeinheit zu schaffen. Über die Preisvergabe entscheidet die Bevölkerung per Online-Abstimmung. Eine Jury aus Experten und Prominenten, 2018 unter anderem mit Ex-Tennisprofi Steffi Graf, Ex-Fußballnationalspieler Arne Friedrich und Journalistin Dunja Hayali, vergibt den Jury-Preis. Insgesamt schüttet Google 4,5 Millionen Euro an Preisgeldern aus. Bewerben können sich Organisationen in zwei Kategorien. "Lokalen Projekten" winkt ein Fördergeld von 20.000 Euro. Größere und ambitioniertere Ideen können in der Kategorie "Leuchtturm" bis zu 500.000 Euro gewinnen. Von 2000 Bewerbern lud Google 110 Finalisten nach Berlin ein. Vier „Leuchtturm“-Projekte und 50 „Lokale Projekte“ wurden dort am 7. Juni 2018 ausgezeichnet. Drei weitere Projekte aus Münster waren ebenfalls im Finale, gingen jedoch leer aus. 2013 gab es die ersten Impact Challenges in Großbritannien und Indien. Seitdem lobte der der Konzern den Preis jedes Jahr in verschiedenen Ländern aus.

Im Zentrum der Wissensvermittlung stehen die Online-Kurse. „Eine der Hauptaufgaben im Vorfeld der Vereinsgründung war es, ein Verzeichnis von geeigneten Kursen zu erstellen und diese dann nach Schwierigkeitsgraden zu klassifizieren“, erzählt David Middelbeck.

Investition in Infrastruktur

Stipendien werden in drei Bereichen vergeben. In der Sparte „Web-Development“ lernt man beispielsweise Homepages zu bauen. „Im Themenfeld ‘Artificial Intelligence’ können Teilnehmer zum Beispiel ein Programm zur Bilderkennung erstellen“, versucht David Middelbeck die Inhalte auch für Nicht-Techis verständlich zu machen. Im Bereich „Data Science“ geht es hauptsächlich um die Auswertung von Messdaten. „Ein Vorschlag aus der Gruppe war: Man könnte die Fahrradzähler in Münster auswerten und schauen, wie die Verkehrsströme mit dem Wetter zusammenhängen“, so David Middelbeck.

Bleibt nur die Frage: Was tun mit den 20.000 Euro? Ein Teil des Geldes soll in die direkte Bildung der Teilnehmer gehen. Manche Online-Kurse kosten Geld, die könnte man jetzt finanzieren. Der andere Teil soll der Infrastruktur des jungen Vereins zugutekommen. „Wir wollen ein eigenes Tool entwickeln, das den Stipendiaten ermöglicht, ihre Stundenpläne einzusehen, sich in einem Forum auszutauschen und die Angebote zu evaluieren“, sagt David Middelbeck.

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