Do., 14.06.2018

Dominikanerkirche Altar muss Richter-Pendel weichen

Der prachtvolle barocke Altar der Dominikanerkirche soll dem Richter-Kunstwerk weichen und wird eingelagert.

Der prachtvolle barocke Altar der Dominikanerkirche soll dem Richter-Kunstwerk weichen und wird eingelagert. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Der Altar soll weg. Der Kulturausschuss hat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, dass das barocke Schmuckstück abgebaut und dauerhaft eingelagert werden soll – bis zur weiteren Verwendung. Der Grund ist das „Foucaultsche Pendel“, das Gerhard Richter gestaltet hat und am Sonntag (17. Juni) um 11.30 Uhr öffentlich „eingeweiht“ wird – dann noch mit Altar.

Von Gerhard Heinrich Kock

Die Stadt hat den Hochaltar im Jahr 1903 erworben. Er war 1699 für die Paderborner Gaukirche erstellt worden. Der Künstler des farbig gefassten Schnitzwerks ist der Paderborner Künstler Heinrich Gröne. Der Altar gilt als der letzte erhaltende Altar des westfälischen Barock dieser Qualität und Größenordnung im Münsterland, heißt es von Seiten der Stadt. Die reich gegliederte, farbig gefasste Architekturkulisse des Altars rahmt zwei Gemälde mit der Darstellung Dreifaltigkeit und Aufnahme Mariens in den Himmel. Auf dem Hauptgesims stehen lebensgroße Statuen der Apostel Petrus und Paulus.

Nun müssen die Heiligen dem Richter weichen. Der Kulturausschuss-Vorsitzende Dr. Dietmar Erber (CDU): „Der Altar passte von Anfang an nicht zum Gesamtkonzept.“ Ursprünglich war geplant, den Altar im Zuge der (auch ohne das Richter-Kunstwerk) notwendigen Sanierungen der (seit 1881 städtischen) Kirche zu restaurieren. Dafür waren 250 000 Euro eingeplant. Die fallen jetzt weg. Wie viel die dauerhafte Einlagerung kosten wird, muss noch ermittelt werden. Die Verwaltung hatte im Vorfeld versucht, den Altar nach Paderborn zu vermitteln. Doch die Gaukirche dort ist just diesen Mai fertig renoviert worden.

2012 hatte Nora Möller zusammen mit der städtischen Denkmalpflege das Altarretabel untersucht, einen „verheerenden Zustand“ diagnostiziert und ein Restaurierungskonzept erarbeitet.

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