Bezirk Münster fällt zurück
Türkei-Wahl bislang mit mäßiger Beteiligung

Münster -

Bei der türkischen Präsidenten- und Parlamentswahl ist die Beteiligung unter den in NRW lebenden Türken vergleichsweise hoch, aber nicht in Münster. Im Einzugsbereich des Konsulats Essen lag die Wahlbeteiligung bis Sonntag mit 54,5 Prozent bundesweit am höchsten, wie aus Statistiken der Wahlkommission vom Montag hervorgeht.

Montag, 18.06.2018, 18:30 Uhr
Bezirk Münster fällt zurück: Türkei-Wahl bislang mit mäßiger Beteiligung
Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, spricht zu Anhängern seiner Partei auf einer Wahlkampfveranstaltung. Am 24. Juni finden in der Türkei vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Auch in Münster können in Deutschland lebende Türken ihre Stimme abgeben. Foto: dpa

In Köln waren es 45,5 Prozent, in Düsseldorf 45,3 Prozent. In Münster blieb die Wahlbeteiligung mit bislang 23,9 Prozent allerdings schwach. Insgesamt hatten bis Sonntag 40,7 Prozent der in Deutschland registrierten Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben.

Unterdessen hat sich das Netzwerk „Solidarität mit Afrin“, das im März in Münster gegründet wurde, zu Wort gemeldet. Netzwerk-Sprecher Ekrem Atalan erklärt in einer Pressemitteilung: „Die anstehenden Wahlen gehören sicherlich zu den wichtigsten seit Gründung der Republik Türkei. Sollten die Pläne des amtierenden Präsidenten Erdogan aufgehen, bedeutet das einen umfassenden Abbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Gerade die Möglichkeiten von Minderheiten, ihren Interessen in der türkischen Gesellschaft Gehör zu verschaffen, würden weiter eingeschränkt werden.“

Sprecherin Anna Bündgens ergänzt, dass Erdogan „mit dem völkerrechtswidrigem Einmarsch in Afrin/Nordsyrien bewiesen hat, dass er jederzeit bereit ist, seine Macht zu missbrauchen“.

In Deutschland kann noch bis zum heutigen Dienstag (19. Juni) gewählt werden, der eigentliche Wahltag ist Sonntag (24. Juni). Die gut drei Millionen stimmberechtigten Auslandstürken stellen mehr als fünf Prozent aller türkischen Wähler. Die größte Gruppe lebt in Deutschland.

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