Sozialpsychiatrischer Dienst im Gesundheitsamt
Die erste Anlaufstelle

Münster -

Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen, Persönlichkeits- sowie Entwicklungs- und Verhaltens­störungen: Wer die Hilfe des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Gesundheitsamt in Münster in Anspruch nimmt, der könne sicher sein, sagen die Verantwortlichen, dass alles vertraulich ist und vertraulich bleibt. Auch zur Amokfahrt am 7. April im Kiepenkerl-Viertel in Münster äußert sich der Sozialpsychiatrische Dienst im Gesundheitsamt in Münster nicht.

Montag, 18.06.2018, 19:00 Uhr
Erläuterten die Aufgaben des sozialpsychiatrischen Dienstes (v.l.): Sozialpädagoge Andreas Korn, Gesundheitsdezernentin Cornelia Wilkens, Leiterin der Abteilung Psychische Gesundheit, Dr. Annette Siemer-Eikelmann und Dr. Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheits- und Veterinäramtes.
Erläuterten die Aufgaben des sozialpsychiatrischen Dienstes (v.l.): Sozialpädagoge Andreas Korn, Gesundheitsdezernentin Cornelia Wilkens, Leiterin der Abteilung Psychische Gesundheit, Dr. Annette Siemer-Eikelmann und Dr. Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheits- und Veterinäramtes. Foto: gh

Die Amokfahrt blieb am Stühmerweg nicht ohne Folgen. Die Bearbeitung sei schwierig, sagt Dr. Annette Siemer-Eikelmann, Leiterin der Abteilung Psychische Gesundheit. Dr. Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des städtischen Gesundheits- und Veterinäramtes, berichtet in diesem Zusammenhang von Supervisionen für die Mitarbeiter und der Aktualisierung von Leitlinien.

Die Nachfrage im Gesundheitsamt von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen sei nach der Amokfahrt angestiegen. Auch der Katholikentag sorgte für verstärkte Aufmerksamkeit bei Betroffenen, so der Amtsleiter. Insgesamt sei die Bevölkerung wachsamer geworden, es herrsche eine größere Sensibilität, sagt Siemer-Eiklemann.

Insgesamt verzeichnete der sozialpsychiatrische Dienst im vergangenen Jahr in Münster 1800 Klienten und 2200 Beratungsgespräche. Münster hat zusätzlich noch einen spezialisierten Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst. Insgesamt 14 Mitarbeiter kümmern sich um alle Altersgruppen.

Eindeutige Regelungen

Als einen typischen Fall für den Dienst bezeichnet Sozialpädagoge Andreas Korn beispielsweise einen 28-Jährigen, dessen Kinder- und Jugendzeit normal verlaufen sei. Auch in der Schule lief es glatt. Als Student kam der junge Mann nach Münster. Plötzlich habe er seine Kontakte zu den Eltern und zu Freunden abgebrochen. Diese hätten um Hilfe gebeten. Offensichtlich habe der 28-Jährige seinen Alltag nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen können.

Der sozialpsychiatrische Dienst versucht Kontakt zum Betroffenen aufzunehmen. Siemer-Eikelmann berichtet von individuellen Hilfen, die bis zur beruflichen Beratung reichen können. „Wir wollen den Menschen ein Leben in Selbstbestimmung und Eigenverantwortung erhalten.“ Die Abteilungsleiterin verweist auf die gesetzlichen Vorgaben für freiheitsentziehende Unterbringungen bei psychisch erkrankten Menschen. Dafür gebe es eindeutigen Regelungen.

Kostenloses Angebot

Das Angebot ist kostenlos, alle Gespräche sind vertraulich, es gilt strikte Schweigepflicht. Der Sozialpsychiatrische Dienst im Gesundheitsamt am Stühmerweg ist die Anlaufstelle, in der Betroffene beraten werden, Hilfe vermittelt bekommen und in der Wege aufgezeigt werden: Erwachsene: sozialpsychiatrie@stadt-muenster.de, Telefon:  4 92 53 69; Minderjährige: sozialpsychiatriekjstadt-muenster.de, Telefon: 4 92 53 52; Kristenotdienst am Wochenende, Telefon 91 55 50.

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